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Krebszellen
Krebszellen: Die neuen Erkenntnisse über eine Immunstörung können eventuell auch zu neuen Therapieansätzen bei einer Krebserkrankung führen (Foto: bbc)
Chaos in der Zelle stört das Immunsystem

Wenn in Zellen die Weiterleitung von Signalen gestört ist, dann kann das das komplette Immunsystem eines Menschen in Unordnung bringen. Forscher glauben, dass dieses Chaos in der Zelle bei vielen Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs, eine entscheidende Rolle spielt.

Die Zellen eines Organismus empfangen laufend eine Vielfalt an Signalen aus ihrer Umgebung. Eiweißmoleküle an der Zelloberfläche registrieren diese Signale und leiten sie ins Innere der Zelle weiter, wo sie aufgenommen, interpretiert und verarbeitet werden. Je nach Art des Signals werden die Zellen dazu angeregt, zu wachsen, zu differenzieren, sich zu teilen oder aber durch programmierten Zelltod abzusterben. Entgleisen diese komplexen Prozesse, so entstehen Krankheiten wie Krebs oder Immunstörungen.

Wissenschaftler um Prof. Dr. Lukas Huber vom Biozentrum der Medizinischen Universität Innsbruck sind überzeugt, dass die räumliche und zeitliche Verteilung der an der Signalweiterleitung beteiligten Akteure von entscheidender Bedeutung sind: „Gerät diese genau definierte Ordnung innerhalb der Zelle durcheinander, dann kommt es zu krankhaften Veränderungen", sagt Huber. „Wir wollen deshalb lernen, wie die Signale in der Zelle räumlich und zeitlich verteilt werden."

Forscher hatten eine neue Immundefekterkrankung identifiziert, die durch Wachstums- und Immunstörungen sowie Albinismus gekennzeichnet ist. Kleinste Infektionen genügen, um das Leben der Patienten zu gefährden. Die Wissenschaftler konnten eine genetische Ursache nachweisen. Sie fanden heraus, dass der Zelladapter p14 nur mehr in ganz geringen Mengen vorhanden war. Aufgrund dieses Gendefektes sind die weißen Blutkörperchen der betroffenen Patienten in ihrer Zahl erniedrigt und in ihrer Funktion gestört.

Das Fehlen des Adapters p14 führte zu einem heillosen Chaos in der Zelle. Die vom Adapter in Position gebrachten Gerüstproteine waren nicht mehr an ihrem Platz. Dadurch wurde die Signalweiterleitung der Zellen unterbrochen. Ziel ist es nun, eine gezielte Gentherapie für die betroffenen Patienten zu entwickeln und neue Ansatzpunkte für neue Medikamente in der Therapie von Tumorpatienten zu finden.

WANC 03.02.07

Zelltod: Wie man ihn für die Therapie nutzt

Krebsentstehung: Neues auslösendes Protein gefunden

 
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