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Streptogramin-Antibiotika dringen in die Zelle des Bakteriums ein (Foto: MPG)
Zwei-Komponenten-Antibiotika: Wirkungsweise erforscht

Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts ist es gelungen, die Wirkungsweise von Zwei-Komponenten-Antibiotika gegen bakterieller Erreger detailliert aufzuklären. Damit könnte es gelingen, bestehende Resistenzen zu überwinden.

Angesichts der zunehmenden Resistenz vieler Erreger kommt einem detaillierten Verständnis, auf welche Art und Weise Antibiotika die Proteinsynthese blockieren, eine große Bedeutung zu. Streptogramin-Antibiotika gehören zu den wirkungsvollsten Medikamenten ihrer Art und sind eine Art "Reserve-Waffe", wenn andere Medikamente gegen die Erreger bereits versagen.

Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Ribosomenstruktur haben den einzigartigen Blockierungsmechanismus erforscht, mit dem Streptogramine die Vermehrung von Bakterien blockieren und sie damit abtöten. Diese Erkenntnisse sollen helfen, dringend benötigte neue Antibiotika zu entwickeln und die Wirksamkeit bereits vorhandener Medikamente gegen resistente Erreger zu verbessern.

Die Besonderheit der Streptogramine ist ihre sich gegenseitig verstärkende Wirkung. Sie bestehen aus zwei chemisch nicht verwandten Komponenten, die üblicherweise als Streptogramin A und B bezeichnet werden. Die beiden Komponenten können gekoppelt ihre Wirkung potenzieren und sind dadurch in der Lage, auch weitgehend resistente Erreger zu eliminieren. Vertreter dieser neuen Wirkstoffe sind Dalfopristin und Quinupristin, die sogar die zunehmende Resistenz von Enterococcus faecium gegen Vancomycin durchbrechen. Enterococcus faecium ist einer der so genannten VREF-Erreger, die aufgrund ihrer Resistenzsituation ebenso gefürchtet sind wie Staphylococcus aureus.

Die Aktivitäten der beiden Moleküle ergänzen sich aber nicht nur hinsichtlich ihrer engen Wechselwirkung, sondern auch in ihren Angriffspunkten sowohl an der Zelle des Bakteriums selbst, als auch an seiner Versorgungspipline. Die Folge ist ein inaktives Bakterium. 

WANC 04.05.04

 
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