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Die grausamen Folgen der Kinderlähmung (Foto: WHO)
Kinderlähmung kehrt zurück

Eigentlich wollte die Weltgesundheitsorganisation Kinderlähmung in diesem Jahr erfolgreich besiegen. Doch daraus wird wohl nichts. Neue Erkrankungsfälle treten in verschiedenen Teilen der Welt auf. Die Gefahr: Das Virus kann sich rasend schnell verbreiten.

Auf Java, eine der vier Hauptinseln Indonesiens, sind mittlerweile 14 Kinder an Poliomyelitis (Kinderlähmung) erkrankt. Außerdem sind laut Weltgesundheitsorganisation WHO weitere Kinder nachweislich mit dem Virus infiziert. Das ist nicht überraschend, denn auf einen Patienten mit Lähmungen kommen 100 bis 1.000 Infizierte, die zwar nicht erkranken, aber andere anstecken können.

Am 13. März war das erste, ein 18 Monate altes Kind, mit den typischen Lähmungen erkrankt. Es war wie auch die anderen erkrankten Kinder nicht geimpft. Die indonesischen Gesundheitsbehörden haben Impfkampagnen angeordnet. Das geschieht dort mit dem Schluckimpfstoff, der nicht nur jedes einzelne frisch geimpfte Kind schützt, sondern gleichzeitig auch für ein „Auffrischen“ des bei älteren Kindern und Erwachsenen bestehenden Impfschutzes sorgt. Urlaubern und beruflich Reisenden wird dringend empfohlen, ihren Impfschutz zu überprüfen und sich gegebenenfalls eine Auffrischimpfung geben zu lassen.

Auch aus dem Jemen wird aktuell ein Polio-Ausbruch gemeldet, die Zahl der Erkrankten ist inzwischen auf 83 hochgeschnellt, die WHO rechnet aber mit bis zu 200 Kranken. Viele der Patienten seien gelähmt, sagte Bruce Aylward, Koordinator des Polio-Eradikations-Programms der WHO. Er geht von bis zu 10.000 Infektionen im Land aus. Inzwischen wurden sechs Millionen Dosen des Schluckimpfstoffes in den Jemen geliefert.

Bereits im vergangenen Jahren waren – von Nigeria ausgehend – in mehreren afrikanischen Staaten wieder Hunderte Menschen an Polio erkrankt. Diese Beispiele zeigen, wie schnell sich die ansteckende Krankheit wieder ausbreiten kann, wenn die Viren auf eine unzureichend geimpfte Bevölkerung treffen – das ist auch hierzulande möglich. Das erklärte Ziel der WHO, Polio noch in diesem Jahr zum Verschwinden zu bringen, ist damit erneut ein Stück in die Ferne gerückt. Nur ein weltweit konsequentes Weiterimpfen kann letztlich zum Erfolg führen, die Viren und damit das grausame Krankheitsbild ausrotten.

HINGERGRUND

Drei verschiedene Polioviren existieren, alle können die Krankheit auslösen. Es gibt keine Kreuzimmunität, eine durchgemachte Infektion schützt also nur vor einer erneuten Ansteckung mit demselben Virustyp. Theoretisch kann man demnach drei Mal an Polio erkranken. Die Viren werden über Schmierinfektion, Tröpfcheninfektion bzw. direkten Kontakt übertragen. Das Tückische: Nicht nur die Kranken übertragen die Viren, sondern auch symptomlos infizierte Menschen.

In Deutschland ist die Impfung gegen Kinderlähmung für alle Kinder empfohlen, begonnen wird bereits im dritten Lebensmonat. Eine Auffrischung gibt es im Alter von 9 bis 17. Erwachsene sollten über mindestens vier Impfungen verfügen. Diese Standardimpfungen werden von den Kassen übernommen.

Aufgefrischt wird nach zehn Jahren dann, wenn eine Reise in Risikogebiete geplant ist, also jetzt aktuell Indonesien und Afrika, weiterhin bei Reisen nach Indien oder Pakistan. Dies gilt dann in der Regel als Reiseimpfung.

WANC 09.06.05/dgk
Polio: WHO sieht neue Epedemie

Kinderlähmung / Polio

Polio: Impfvorsorge für Erwachsene

 
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