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Entzündungen: Oft sehr schmerzhaft
Entzündungen: Wie sie entstehen

Eine Entzündung machen sich durch Rötung, Überwärmung, Schwellung und Schmerz bemerkbar. Entzündliche Reaktionen treten bei vielen Krankheiten auf, nicht nur bei Infektionen oder den sogenannten Autoimmunerkrankungen (z.B. bei Gelenkrheuma oder Multipler Sklerose), sondern auch bei Krebs, Arteriosklerose und Diabetes. Das Wesen eine Entzündung ist aber bisher im Dunklen geblieben.

Jetzt hat Dr. med. Thorsten Cramer von der Medizinischen Klink der Charité eine Schlüsselsubstanz der Entzündung entdeckt. Im Anfangsstadium einer Entzündung (etwa bei Wunden oder Eiterungen)wandern massiv bestimmte Immunzellen (neutrophile Granulozyten und Makrophagen) ein. Diese Zellen, die normalerweise im strömenden Blut und damit in einer sauerstoffreichen Umgebung leben, müssen sich nun an eine sauerstoff-und nahrungsarme Situation anpassen und ihren Energiestoffwechsel auf dieses ungünstige Milieu umstellen.

Cramer fand nun diejenige Substanz die diese Umstellung reguliert: Sie nennt sich HIF-1a. Sie wird nur unter Sauerstoffmangel aktiv. Unter dem Einfluß von HIF-1a gewinnen die Immunzellen ihre Energie aus dem Abbau von Kohlenhydraten und unabhängig von Sauerstoff. Ohne diese Umstellung der Energiegewinnung können die Immunzellen in dem sauerstoffarmen Gebiet der Entzündung nicht überleben und ihrer Funktion, der Beseitigung von Schadstoffen nicht nachkommen.

Die Entdeckung könnte vollkommen neue Therapiemöglichkeiten eröffnen. So könnten bei schweren Infektionen die Entwicklung zur Blutvergiftung ("Sepsis") aufgehalten, oder bei Gelenkrheuma die entzündlichen Veränderungen verzögert werden. Da HIF-1a auch die Gefäßneubildung (Angiogenese) in Tumoren anregt, könnte auch die Krebsbekämpfung neue Wege beschreiten.

Wanc 04.03

CELL (2003, Band 112, S. 645-657)

Roche Lexikon

 
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