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Foto: James Gathany, Center for Disease Control Public Health Image Library
Die Gelbfiebermücke - Aedes aegypti - überträgt das Dengue-Fieber (Foto: James Gathany, Center for Disease Control Public Health Image Library)
Dengue-Fieber: Weltweite Bedrohung

Das Dengue-Fieber wird laut der Weltgesundheitsorganisation WHO zu einer weltweiten Bedrohung. Die Zahl der tödlichen Erkrankungen habe sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Und: Das Erkrankungsrisiko sei für 40 Prozent der Weltbevölkerung gegeben. Doch nicht nur im asiatisch-pazifischen Raum droht Gefahr. Experten halten es durchaus für möglich, dass der Erreger auch noch Europa zurück kommt. Über erste Fälle wurde bereits berichtet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt deshalb, dass heute Ausbrüche dieser Krankheit eine ernste Bedrohung der Weltgesundheit darstellen. Sie warnt, dass ohne sofortige Maßnahmen die Situation in den betroffenen Ländern noch schlimmer werde. Die zwei Fünftel der Weltbevölkerung, die einem besonderen Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind, lebe zum Großteil der Betroffenen im asiatisch-pazifischen Raum. Vor allem betroffen sind die Volksdemokratische Republik Laos und die Philippinen.

Beim Dengue-Fieber handelt es sich um eine ernste grippeähnliche Erkrankung, die von Moskitos übertragen wird. Kommt es in der Folge zu einem hämorrhagischen Fieber, kann die Krankheit tödlich enden. Die WHO mahnt nun, dass die zunehmende Anzahl und Stärke der Ausbrüche dieser Krankheit in manchen Ländern des Westpazifik und verstärkte Meldungen von Erkrankungen aus bisher nicht betroffenen Regionen, unübersehbare  Indizien dafür seien, dass dringend etwas dagegen unternommen werden müsse.

Shin Young-soo, der WHO-Chef Westpazifik, betont, dass internationale Ressourcen mobilisiert werden müssen, um die Prävention und Kontrolle dieser Krankheit zu ermöglichen. Das Dengue-Fieber müsse in die Weltgesundheitsagenda aufgenommen werden, um das Interesse von internationalen Organisationen und Spendern zu wecken. „Der Kampf gegen diese Krankheit geht uns alle etwas an."

Es habe sich aber nicht nur die Anzahl der Erkrankungen in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. In einigen Ländern sei es bereits in diesem Jahr zu einem weiteren deutlichen Anstieg gekommen. Das Zunehmen der Ausbrüche des Dengue-Fiebers könne auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen sein. Dazu gehören höhere Temperaturen und mehr Regen - das sind für die Vermehrung der Moskitos ideale Bedingungen. Das Ansteigen der Bevölkerungszahlen vor allem in den Städten und mehr internationaler Reiseverkehr könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Es gibt laut WHO aber keine eindeutigen Beweise dafür, dass die Zunahme der Erkrankungen auf globale Erwärmung zurückzuführen ist.

Wer glaubt, dass uns Europäer das Problem nicht betrifft, ist schief gewickelt. Erst kürzlich meldet der Nachrichtensender n-tv: „Das Dengue-Fieber hat Europa erreicht.“ Hintergrund: Das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf hatte darüber berichtet, dass die Erkrankung erstmals bei einem deutschen Kroatien-Urlauber festgestellt worden sei. Im September dieses Jahres hatten sich zudem zum ersten Mal in Südfrankreich zwei Personen mit Dengue angesteckt.

Schon im Jahr 2007 hatten Fachleute vor der Gefahr einer Ausbreitung des Dengue-Fieber auch in Europa gewarnt. Damals war es zu einer massiven Dengue-Ausbreitung auf den Philippinen gekommen – wegen der fehlenden starken Regenfälle bis dahin nicht unbedingt eine Hochburg der Erkankung. Doch die Überträger-Mücken scheinen sich an ihre Umwelt anzupassen. Überträger ist die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti, auch agyptische Tigermücke oder Denguemücke genannt).

Experten in Europa sehen einen klaren Trend, erklärte Christian Griot, Leiter des in Mittelhäusern bei Bern ansässigen Instituts für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI) 2007 im Spiegel, dass das Dengue-Fieber im Ansteigen begriffen sei. Weil die die Krankheit auslösenden Arboviren grundsätzlich in der Lage seien, zu mutieren sei eine Anpassung an europäische Verhältnisse nicht ausgeschlossen.

Schon einmal, immerhin bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts, waren die mediterranen Gebiete in Europa vom Dengue-Fieber betroffen, berichtete der Spiegel. Noch im Jahr 1928 zählten Epidemiologen in Griechenland über eine Million Fälle, mehr als tausend Menschen starben dort an der Virusinfektion. Erst in den fünfziger Jahren verschwand die Überträger-Mücke, Aedes aegypti, und mit ihr auch die Dengue-Plage aus der Alten Welt. Verantwortlich dafür war unter anderem auch das Insekten-Vernichtungsmittels DDT, das den Überträgern das Überleben schwer machte. Doch DDT wurde von vielen westlichen Industrieländern in den 70er Jahren verboten. Seit 2004 mit der Stockholmer Konvention darf DDT nur noch zur Bekämpfung von Insekten, die Krankheiten – insbesonder die Malaria – übertragen, hergestellt und eingesetzt werden.

Eine langsame Klimaerwärmung könnte für ein Dengue-Comeback in Europa nun "begünstigend wirken", sagte Andreas Krüger, Insektenforscher vom Bundeswehrkrankenhaus Hamburg, im Spiegel. Vor allem sei das Überspringen der Dengue-Erreger auf eine andere Mückenart, nämlich auf Aedes albopictus, eine Gefahr.

WANC 19.10.10, Quelle: WHO, Spiegel, pte

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