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Norovirus-Infektion: Sorgen für Durchfall und Erbrechen
Norovirus-Infektionen: Breiten sich weiter aus

Die Zahl Erkrankungen durch Norovirus-Infektionen hat seit Anfang Oktober 2004 deutlich zugenommen. Noroviren sind für einen Großteil der nicht-bakteriellen Gastroenteritis-Erkrankungen verantwortlich, die sich in Erbrechen und Durchfällen äußern. Häufig finden Ausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen statt, können aber auch für einzelne Erkrankungen verantwortlich sein.

Norovirus-Infektionen treten zwar im gesamten Jahresverlauf auf, zeigen jedoch einen stark ausgeprägten saisonalen Gipfel in den Herbst- und Wintermonaten. Die Zahl der übermittelten Norovirus-Infektionen hat seit Anfang Oktober 2004 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen, teilt das Robert Koch Institut (RKI) mit. In der 41. Kalenderwoche wurden erstmals in diesem Jahr wöchentlich mehr als 1.000 Erkrankungsfälle übermittelt und die Anzahl der wöchentlichen Meldungen steigt seitdem kontinuierlich an. In der 48. Woche wurden bisher 2.823 Infektionen gezählt.

Diese Situation ist mit dem Infektionsgeschehen im Herbst 2002 vergleichbar, als es in Deutschland wie auch in einigen europäischen Nachbarländern und Nordamerika zu einer starken Zunahme der Norovirus-Aktivität gekommen war, betont das RKI. Damals wurden im Vergleich zur vorangegangenen Saison 2001 gut fünfmal so viele Fälle übermittelt. Für dieses außergewöhnliche Infektionsgeschehen wurde das Zirkulieren einer damals neuen Variante des Genotyps GGII.4 des Norovirus verantwortlich gemacht (bezeichnet als „Grimsby-like Virus“).

Die Anzahl der aktuell übermittelten Norovirus-Erkrankungen deutet daraufhin, dass in diesem Jahr ähnlich wie in der Saison 2002 ein ausgeprägter Erkrankungsgipfel in den Wintermonaten zu beobachten sein könnte. Die Wintersaison hat sich wie im Jahr 2002 deutlich früher angekündigt als in den Vergleichsjahren 2001 und 2003. Wie 2002 wurden ebenfalls in der 41. Woche mehr als  1.000 Fälle übermittelt. Die Übereinstimmung bei der Anzahl der wöchentlich übermittelten Fälle sowie dem Zeitpunkt der beobachteten Infektionszunahme in den Jahren 2002 und 2004 lässt vermuten, dass es in den nächsten Wochen zu einer weiteren Zunahme der Norovirus-Ausbrüche kommen wird.

Es gibt Hinweise auf das
Zirkulieren einer neuen Variante des Genotyps GGII.4. Diese für Europa neue Virusvariante war auch für einen Norovirus-Ausbruch in den Niederlanden im Sommer 2004 verantwortlich, bei dem 250 Teilnehmer eines Sommercamps erkrankten. Sie erhielt den Namen „Jam(boree)-II.4“ und könnte die gegenwärtig zu beobachtende stärkere Ausbreitung der Infektionen erklären.

Das RKI warnt davor, dass Ausbrüche von Norovirus-Infektionen häufig in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern und Altenpflegeheimen auftreten. Die Erkrankungen sind durch abrupt einsetzendes heftiges Erbrechen gekennzeichnet. Beim ersten Hinweis auf einen Norovirus-bedingten Gastroenteritis-Ausbruch sollten – ohne mikrobiologische Ergebnisse abzuwarten – unverzüglich notwendige Maßnahmen zur Verhütung weiterer Infektionen eingeleitet werden.

Über Norovirus-Infektionen (Quelle: RKI):
Die Übertragung erfolgt überwiegend fäkal-oral, bzw. über Tröpfchen bei Kontakt zum Betroffenen während des Erbrechens direkt von Mensch zu Mensch. Die Infektiosität ist sehr hoch.
Die Viren verursachen Erbrechen und starke Durchfälle. Die Gefahr besteht in dem erheblichen Flüssigkeitsverlust. Begleitet wird die Infektionen durch Schmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Myalgien und Mattigkeit sowie etwas erhöhter Temperatur. Wenn keine begleitenden Grunderkrankungen vorliegen, dauern die Symptome etwa 12 bis 72 Stunden.
Die Therapie hat den Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes zum Ziel. Eine Therapie oder Imfpung gegen das Virus gibt es nicht.

WANC 29.12.04

RKI-Ratgeber (PDF)

Bundesamt für Gesundheit

 
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