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Die winzigen Blutsauger, die FSME und Borreliose übertragen, lassen sich mit dem bloßen Auge oft kaum erkennen (Foto; Tamara Hoffmann / pixelio.de)
Die winzigen Blutsauger, die FSME und Borreliose übertragen, lassen sich mit dem bloßen Auge oft kaum erkennen (Foto; Tamara Hoffmann / pixelio.de)
Impfung gegen Borreliose scheint möglich

Jedes Jahr die gleiche Story: Kaum ist der Winter vorbei, hagelt es Warnungen vor Zecken. Denn, so die Angst verbreitende Botschaft, ein Biss der winzigen Vampire kann furchtbare Folgen haben, weil sie dabei gefährliche Krankheiten übertragen kann. Während man sich gegen eine, die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis oder kurz FSME, durch eine Impfung schützen kann, gibt es eine solche Vorbeugung gegen die andere Erkrankung, die Borreliose, bisher nicht. Bisher, denn eine Borrelioseimpfung besteht gerade die ersten Tests.

Wahrscheinlich liegt der Grund, dass die meisten Menschen fast ausschließlich mit FSME in Verbindung bringen, schon allein daran, dass es dagegen eine Impfung gibt. Weil Hersteller, Ärzte und Apotheken an diesen Impfungen gutes Geld verdienen, rühren sie dafür auch gemeinsam die Aufklärungs- und Werbetrommel. Und tatsächlich führen schwere Krankheitsverläufe zur Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen, Schädigungen des Rückenmarkes und in seltenen Fällen zum Tod.

Allerdings: 2012 wurden nicht einmal 200 FSME-Fälle in Deutschland gemeldet, im Jahr davor waren es mit 423 recht viele. Die Zahl der Zecken, die das gefährliche Virus übertragen können, ist ja auch gering. Nur zwischen 0,2 und 5% sind mit dem Erreger infiziert.

Viel häufiger tritt dagegen die Borreliose auf, ist aber weit weniger bekannt. Weil es keine offiziellen Melderegister für diese durch Bakterien hervorgerufene Erkrankung, die durch Zeckenbisse übertragen wird. Man schätzt 50000 bis 60000 Fälle im Jahr. Warum Borreliose weniger bekannt ist? Vor allem gibt es bisher keine Impfung dagegen, eine Infektion lässt sich erst im Nachhinein behandeln. Das gelingt mit Antibiotika in der Regel gut, wenn die Borreliose früh genug bemerkt wird.

Nach einer Borrelioseimpfung suchen die Wissenschaftler schon lange, jetzt scheint der Durchbruch gelungen. An insgesamt vier Zentren in Österreich und Deutschland wurden in den vergangenen zwei Jahren klinische Studien mit insgesamt 300 gesunden Testkandidaten durchgeführt. Die Impfung erfolgte mit Oberflächenantigenen verschiedener Borrelienstämme, genannt Outersurfaceprotein A (OspA), in verschiedenen Dosierungen. Dabei stellte sich heraus, dass alle Mengen des Impfstoffes beim Menschen eine Antikörperantwort hervorgerufen haben.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die Impfung mit der niedrigsten Dosierung aber die besten Werte der Antikörper entwickelten. Außerdem gab es dabei die wenigsten Nebenwirkungen. Am häufigsten traten Kopfschmerzen (10% der Patienten), Schmerzen an der Injektionsstelle (32%) und Druckschmerz (34%). Die Wissenschaftler bewerten das mit: Die Impfung wurde gut vertragen. Nun Die Studien muss die Impfung weiter entwickelt werden.


Berliner Ärzteblatt 16.05.2013/ Quelle: The Lancet Infectious Diseases
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