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U.a. in Blaubeeren stecken bestimmte Pflanzenstoffe, die vom Körper zu Stärkung des Immunsystems genutzt werden können (Foto: birgitH/ pixelio.de)
U.a. in Blaubeeren stecken bestimmte Pflanzenstoffe, die vom Körper zu Stärkung des Immunsystems genutzt werden können (Foto: birgitH/ pixelio.de)
Wie eine Darmbakterie den körpereigenen Schutz gegen Grippe stärkt

Mikroben besiedeln unseren Darm. Und zwar viele, sehr viele. Mediziner schätzen ihre Zahl auf 100 Billionen, es gibt 1000 bis 1400 unterschiedliche Arten. Ihre Arbeit beschränkt sich nicht allein darauf, unser Essen zu verdauen. Wissenschaftler der Washington University School of Medicine in St. Louis haben heraus gefunden, dass eine bestimmte Bakterie im Darm die sogenannten Flavonoide - Pflanzenstoffe - so aufspalten kann, dass sie als Schutz vor Grippeinfektionen dienen.

Das Darmbakterium, um das es sich handelt, nennt sich Clostridium orbiscindens. Dieses Bakterium kann offensichtlich Flavonoide, das ist eine Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe gehört, verstoffwechseln. Reich an Flavonoiden sind z.B. in roten Trauben, Äpfeln, Blaubeeren, Rotkohl und Rote Beete aber auch in Tee. Wissenschaftliche Studien haben schon früher erkannt, dass diese Pflanzenstoffe die köpereigene Abwehr fördern, also antibakterielle und antivirale Wirkungen haben. Darüber hinaus sollen Flavonoide positiv gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vorbeugend gegen Krebs wirken.

Wie dieser Schutzmechanismus im Körper aktiviert wird, haben die Wissenschaftler nun heraus gefunden. Bei dem Stoffwechsel, den das Bakterium Clostridium orbiscindens vollzieht, entsteht ein sogenannter Metabolit: ein Zwischenprodukt im Stoffwechselvorgang. In diesem Fall ist es das Desaminotyrosin (DAT). DAT fördert die Produktion und die Signalübertragung von Interferon (Typ I-Interferon), und die ist eng verbunden mit dem Immunsystem.

Denn Interferon stärkt unsere Immunabwehr, wenn es um die Reaktion auf Virusinfektionen geht. Mehr Interferon bedeutet, dass der Körper sich besser und effektiver gegen eine Grippe wehren kann. In Versuchen wurde Mäusen DAT gegeben und dann mit dem Influenza-Virus infiziert. Die Wirkung beschreibt Dr. Thaddeus S. Stappenbeck, Prof. Für Pathologie und Immunologie, so: „Im Vergleich mit den unbehandelten Mäusen waren die Infektionsraten im Grunde gleich. Die Mikroben und DAT vereitelten die Grippe-Infektion nicht, die Mäuse blieben infiziert. Aber das DAT verhinderte, dass das Lungengewebe geschädigt wurde."

Die Aussichten einer solchen Behandlung für den Menschen sind, dass sie bei einer Infektion nicht so schwer erkranken. Denn DAT zielt nicht auf das Virus selbst ab, sondern auf die Antwort des Immunsystems auf das Virus. Das könnte deshalb entscheidend sein, weil das Influenzavirus unter den direkten Angriffen von Impfstoffen mit der Zeit verändert.

cs 15.8.2017/ Quelle: Science, Int J Syst Bacteriol.

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