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Wirksame Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B

Ein Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und Hepatitis B bietet soll einen langfristigen Schutz vor den beiden Lebererkrankungen bieten. Eine neue Studie zeigt, dass Geimpfte auch 15 Jahre nach der Impfung noch Antikörper im Blut aufweisen. Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) geht davon aus, dass der Impfschutz lebenslang hält.

Wissenschaftler aus Belgien und Indien hatten 306 gesunde Menschen untersucht, die 15 Jahre zuvor im jungen Erwachsenenalter mit einer Wirkstoffkombination gegen Hepatitis A und Hepatitis B geimpft worden waren. „Alle haben auch heute noch Antikörper gegen beide Viren im Blut, sie sind gegen eine Infektion geschützt“, erklärt Prof. Dr. Peter R. Galle, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Mainz die Ergebnisse zusammen. „Die Antikörperkonzentration ist über die Jahre kaum zurückgegangen. Wir gehen deshalb davon aus, dass der Impfschutz lebenslang anhält.“

Damit seien anfängliche Zweifel ausgeräumt, ob die Kombinationsimpfung die gleiche Wirkung erzielen könne wie beide Impfungen einzeln. Die Impfung ist in Deutschland seit 1996 verfügbar. Anlass der Zweifel: Vor etwa zehn Jahren war darüber berichtet worden, dass ein 55-jähriger Mann trotz regelgerechter Impfung an Hepatitis A erkrankt war. „Solche Durchbruchinfektionen sind bei älteren Menschen möglich, doch sie sind extrem selten. Im Allgemeinen wird ein langjähriger Schutz erzielt“, kommentiert Galle.

Das Hepatitis A-Virus wird meist durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen. In Deutschland kommt es dank hoher Hygienestandards selten zu Infektionen. Doch bei Reisen in ärmere Länder können Touristen sich infizieren. „Auf die Reisehepatitis entfallen 40 bis 50 Prozent der dem Robert Koch-Institut gemeldeten Hepatitis A-Fälle“, berichtet Galle. „Menschen, die häufiger im Ausland sind, sollten sich gegen Hepatitis A impfen lassen.“ Auch mit Hepatitis B stecken sich häufig Touristen an. Das Ansteckungsrisiko ist zwar geringer, da das Virus nur bei Sexualkontakten und über infizierte Injektionsnadeln übertragen wird. Eine Hepatitis B verläuft jedoch oft schwer und manchmal sogar tödlich. „Ein gleichzeitiger Schutz ist deshalb ratsam, vor allem für Menschen, die als Säugling nicht geimpft wurden“, rät Galle. Für Säuglinge empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut seit 1995 die Hepatitis B-Impfung.

Als Hepatitis bezeichnen Mediziner eine Entzündung der Leber. Zu den häufigsten Erkrankungsursachen zählen Virusinfektionen mit den Hepatitisviren A, B, C, D oder E. Als Symptome einer akuten Leberendzündung können leichtes Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen oder Druckschmerzen auf der rechten Bauchseite auftreten. Verzögert kann sich daraus eine Gelbsucht entwickeln, Haut und Bindehaut färben sich gelb. Bei bis zu zehn Prozent der Betroffenen nimmt die Hepatitis B einen chronischen Verlauf: die Entzündung bleibt dann über Jahre hinweg bestehen und als Folge der anhaltenden Schäden im Lebergewebe können Leberzirrhose und sogar Leberkrebs entstehen.

Die DGVS weist darauf hin, dass der effektivste Schutz gegen Hepatitis A und B in Impfungen besteht. Erwachsene, die sich mit dem Doppelimpfstoff immunisieren lassen, müssen drei Dosierungen bekommen: Nach der Erstimpfung sind zwei Auffrischungen nach einem und nach sechs Monaten erforderlich. Galle: „Impfungen sollten generell rechtzeitig terminiert werden. Wer im Sommer eine Fernreise plant, sollte sich jetzt impfen lassen.“

wanc 22.02.2012/ Quelle: J Med Virol. 2012 Jan;84(1):11-17, doi/10.1002/jmv.22264v
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