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Antibiotika werden häufig falsch verordnet

Antibiotika feiern im Winter Hochkonjunktur. Warum eigentlich? Erklären kann man das eigentlich nicht. Jedenfalls nicht, wenn medizinischer Sachverstand am Werke ist. Inzwischen haben Untersuchungen aber gezeigt, dass bei einer Erkältung, Antibiotika häufig auf dem Rezept landen. Dabei macht der Einsatz von Antibiotika nur bei bakteriellen Infektionen Sinn. Husten, Schnupfen, Heiserkeit sind dagegen das Werk von Viren. Und denen kommt man mit Antibiotika kaum bei. Weil die Fehlmedikation so oft vorkommt, entstehen Resistenzen.
 

Daten der DAK beweisen, dass Ärzte in den Monaten Januar, Februar und März über 30% aller Antibiotika-Rezepte ausfertigen. Sie diene als Allzweckwaffe gegen Grippe oder Erkältung, vermutet die Krankenkasse. Dabei sei ein Antibiotikum gegen Grippe meist machtlos, weil sie von Viren hervor gerufen werde. Viren werden in der Regel vom körpereigenen Immunsystem am wirkungsvollsten bekämpft, der braucht dafür in der Regel nur ein paar Tage.

Dass die Auslöser von akuten Entzündungen der Nase und ihrer Nebenhöhlen ("akute Rhinosinusitis") tatsächlich Viren sind, hat die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) ermittelt. Zumindest in 96% der Fälle waren es Viren. Antibiotika sind fehl da am Platz, betont die Gesellschaft, denn die könnten nur gegen Bakterien etwas ausrichten. Zum Einsatz sollten Antibiotika nur bei ganz schweren Symptomen, rät die DGAKI. Zumal Antibiotika mögliche Komplikation nicht verhindern könnten.

Die unkritische Verschreibung von Antibiotika sei für das Entstehen "resistenter" Krankheitskeime verantwortlich, klagt die DAK. Und das bedeute, dass mit dem häufigen Einsatz dieser Medikamente, die Bakterien imm unempfindlicher gegenüber deren Angriffen werde. Schon heute gebe es Keime, gegen die kein Antibiotika noch etwas ausrichten könne.

Berliner Ärzteblat  15.02.11/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), DAK
 
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