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Leukämie: Störung der normalen Blutzellbildung, die im Knochenmark stattfindet
Arsen zur Behandlung von Leukämie

Eine giftige Substanz, die als Unkrautvertilgungsmittel eingesetzt wird und als berüchtigte Waffe bei Krimiautoren gilt, hat Erfolge in der Behandlung von Leukämie erzielt: Arsenik.

Das iranische Forscherteam, das die Studie durchgeführt hat, sagt, Arsenik könne als Behandlung für akute Promylozytenleukämie (APL) verwendet werden. Nach zwei Behandlungszyklen ist bei mehr als 90 Prozent der 63 Patienten eine vorübergehende Besserung eingetreten.

Arsenik wird auch im Westen als zusätzliche Behandlung für Leukämie (neben der Chemotherapie) verwendet. Jährlich erkranken 20.000 Menschen weltweit an Leukämie. Die Eingangsbehandlung bezieht Chemotherapie und Atra ein, eine Vitamin A basierte Substanz. Diese Kombination erzielt eine fünfjährige Überlebensrate zwischen 60 und 80 Prozent. Im Vergleich dazu erreicht die Arsenik-Methode der Teheraner Forscher ein Überleben von 88,5 Prozent der Patienten nach 34 Monaten.

Laut Studie, die im Rahmen einer Konferenz der Europäischen Organisation für Erforschung und Behandlung von Krebs in Genf veröffentlicht wurde, kann Arsenik auch bei der Behandlung anderer Krebsarten wie Morbus Kahler eingesetzt werden. Arsenik verursacht Veränderungen in den Krebszellen, die die Apoptose, den programmierten Zelltod, auslösen. Die Wissenschaftler glauben auch, dass die Substanz jenes Gen korrigiert, das das fehlerhafte Protein produziert, das APL verursacht.

Eine chinesische Studie war bereits vor einigen Monaten zu dem Ergebnis gekommen, dass Arsenik in Kombination mit Atra erfolgreich wirkt. Forschungsleiter Ardeshir Ghavamzadeh sagte, es handle sich um eine neue Behandlung für APL, die ohne Chemotherapie auskommt. Knochenmarkstransplantationen könnten weitgehend vermieden werden.

David Grimwade von der Guys, Kings und St. Thomas School of Medicine glaubt allerdings nicht, dass sich die Arsenik-Therapie in Westeuropa durchsetzen kann. Ärzte seien "ein bisschen nervös" bezüglich möglicher Herz- und Leberkomplikationen durch den Gebrauch von Arsenik. Weiters hätten westliche Länder ausreichende Ressourcen zur Verwendung der Chemotherapie. Für Entwicklungsländer, wo es weniger Ressourcen gibt, könnte der Ansatz aber interessant sein, weil er die grundlegenden Ursachen der Leukämie direkt bekämpft. Ken Campbell vom
Leukaemia Research Fund begrüßt die neue Möglichkeit für Patienten, für die eine Standard-Chemotherapie ungeeignet ist.

WANC 01.10.04/pte

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