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 Foto: Gregor Schlaeger, Lufthansa
Flug- und Schichtpersonal: Schichtarbeit erhöht das Risiko für eine Krebserkrankung (Foto: Gregor Schlaeger, Lufthansa)
Schichtarbeit: Das Risiko für Krebs wächst

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat bestimmte Formen von Schichtarbeit als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Auswertungen von Studienergebnissen zeigen, dass bei Flugpersonal und Schichtpersonal eine Risikoerhöhung für Krebs deutlich wird.

“Auch wenn", wie Thomas Erren, Leiter des Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Sozialhygiene der Uniklinik Köln betont, "die Erhöhung des Risikos nicht zu vergleichen ist mit beispielsweise der Risikoerhöhung beim Rauchen." Beim blauen Dunst kann sich das Risiko, einen Lungenkrebs zu entwickeln, um das 10- bis 20-fache vergrößern. Bei Flugpersonal stellte sich ein um 70 Prozent höheres Brustkrebsrisiko heraus, für Prostatakrebs stieg das Risiko um 40 Prozent.

"Ähnliche Ergebnisse erhielten wir bei Schichtpersonal", erklärt Erren. Die Erforschung der Hintergründe für das gestiegene Krebsrisiko bei Schichtarbeit ist relativ neu. Die Kölner Wissenschafter interessieren sich hierbei vor allem für den Zusammenhang zwischen externen Zeitgebern, insbesondere dem Licht, und der Möglichkeit Krebs zu bekommen.

Forschungsergebnisse in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass jenseits der Zapfen und Stäbchen, die in unseren Augen das Sehen ermöglichen, weitere Rezeptoren existieren, die seit ihrer Entdeckung weltweit von zahlreichen Wissenschaftlern beforscht werden. Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass diese Sensoren offensichtlich über den Außenreiz Licht einen starken Einfluss auf unsere innere Uhr haben und damit auf die Produktion von Melatonin. Die Wissenschaftler vermuten, dass veränderte Spiegel dieses Dunkelheitshormons das Risiko für eine Krebserkrankung erhöhen können.

Dass Licht eine zentrale Rolle bei der Krebsentwicklung spielen kann, erscheint vielen Wissenschaftlern plausibel. Für Erren ein ausreichender Grund etwa in der Arbeitswelt bereits heute Änderungen einzuführen: "Das heißt: ungeachtet der gesicherten Ursachenkette, die wir momentan noch nicht kennen, gibt es auf jeden Fall einen Faktor, den wir bereits jetzt beeinflussen können: Licht".

Daher schlägt er vor, die Licht-Dunkel-Verhältnisse für Schichtarbeiter dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus anzunähern, um die inneren Uhren schneller auf Nachtarbeit umzustellen. Das könnte einer vermuteten Bildung von Krebs möglicherweise vorbeugen. Die Unternehmen sollten aus einem weiterem Grund dafür sein. "Aus anderen Studien wissen wir, dass sich eine höhere Lichtintensität während der Nachtarbeit auch steigernd auf die Produktivität auswirkt", so Erren.

WANC 05.12.08, Quelle: Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Sozialhygiene der Uniklinik Köln

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