Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Foto: Stock photo
„ Nach den Ergebnissen der hier vorliegenden Meta-Analyse besteht kein Zweifel daran, dass die Erhöhung des Erkrankungsrisikos für Leukämien im Kindes- und Jugendalter in der Umgebung von Kernkraftwerken kein isoliertes Phänomen um einzelne Kernkraftwerke darstellt.“ (Foto: Stock photo)
Lebt man in der Nähe von Atomkraftwerken (lebens-)gefährlich?

Schon in der Vergangenheit ist mehrfach versucht worden, die Gefahr von Atomkraftwerken zu bewerten. Bisher wurde immer verneint, dass ein solches Risiko überhaupt besteht. Erst in letzter Zeit bekommt diese Meinungsfront Risse. Ein umfangreiches Gutachten zu den Gefahren des Leukämie-Risikos von Kindern und Jugendlichen in der Umgebung von Kernkraftwerken sagt jetzt, dass es ein „statistisch signifikant erhöhtes Erkrankungsrisiko“ gibt.

Die Ergebnisse des Gutachtens zeigen in der Umgebung von Atomkraftwerken ein erhöhtes Erkrankungsrisiko an Leukämie für alle untersuchten Altersgruppen (bis 5 Jahre, 5 bis 9 Jahre, 10 bis 14 Jahre, 15-19 Jahre, 20 bis 24 Jahre, 0 bis 14 Jahre). Die Risikoerhöhungen lagen in einem Bereich zwischen 13 % und 24 % im Vergleich zu nationalen Erkrankungsrisiken.

Das Gutachten („Leukämie-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in der Umgebung von Kernkraftwerken in fünf Ländern“) hat Prof. Dr. med. Eberhard Greiser erstellt - im Auftrage der Bundestagsfraktion B’90/Die Grunen. Darin wurden Analysen von Erkrankungsrisiken um 80 Kernkraftwerke mit 172 Kraftwerksblöcken in fünf Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Canada, USA) durchgeführt.

Greiser stellt in seinem Bericht fest: „ Nach den Ergebnissen der hier vorliegenden Meta-Analyse besteht kein Zweifel daran, dass die Erhöhung des Erkrankungsrisikos für Leukämien im Kindes- und Jugendalter in der Umgebung von Kernkraftwerken kein isoliertes Phänomen um einzelne Kernkraftwerke darstellt.“

Er schränkt aber auch ein: „ Aus den Ergebnissen einer Meta-Analyse kann zweifelsohne keine Kausalbeziehung zwischen möglichen Emissionen der Kernkraftwerke und der ermittelten Risikoerhöhung abgeleitet werden. Es muss jedoch an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass als mögliche Ursachen für Leukämien im Kindes- und Jugendalter zwar eine Vielzahl von Risikofaktoren in der epidemiologischen Literatur diskutiert worden sind, als unstreitig etablierter Risikofaktor jedoch lediglich die Einwirkung von ionisierenden Strahlen betrachtet werden kann.“

Argumenten der Atomkraftwerksbetreiber hält er entgegen: „In der Diskussion der Ergebnisse der KiKK-Studie ist hypothetisiert worden, dass möglicherweise ein noch unentdeckter Risikofaktor für das mit zunehmender Entfernung vom nächstgelegenen Kernkraftwerk abnehmende Erkrankungsrisiko verantwortlich sein könnte. Unter epidemiologischen Gesichtspunkten ist ein solcher noch unbekannter Risikofaktor als eher unwahrscheinlich zu bezeichnen, da von ihm angenommen werden müsste, dass er in der Umgebung aller deutschen Kernkraftwerke sich in gleicher Weise mit zunehmender Entfernung vom Kernkraftwerk verdünnte. Es kann deshalb keineswegs ausgeschlossen werden, dass tatsächlich Emissionen von Kernkraftwerken für die Erhöhung des Erkrankungsrisikos verantwortlich sind.“

Aus den in der Meta-Analyse ermittelten Risikoerhöhungen hat Greiser das so genannte Attributiv-Risiko berechnet. Mit dem Attributiv-Risiko wird derjenige Anteil von Erkrankungen bezeichnet, der dem untersuchten Risikofaktor zuschreibbar ist. Für die Altersgruppe der unter 5-jährigen Säuglinge und Kleinkinder beträgt das Attributiv-Risiko 15.8 %, d.h. von den in die Meta-Analyse einbezogenen 2.038 Erkrankungsfällen wären 323 dem Wohnen in der Nähe von Kernkraftwerken zuschreibbar. Für die bis 14 Jahre alten Kinder entspricht die Risikoerhöhung von 13 % einem Attributiv-Anteil von 11.8 % und ca. 442 Attributiv-Fällen.

WANC 07.09.09/ Quelle: Prof. Dr. med. Eberhard Greiser, Epi.Consult GmbH, Leukämie-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in der Umgebung von Kernkraftwerken in fünf Ländern Meta-Analyse und Analyse

Studie bestätigt: In der Nähe von Atomkraftwerken erhöhtes Leukämierisiko für Kinder

Kernkraftwerke: Leukämierisiko für Kinder steigt

Atomkraftwerke: Erhöhtes Krebsrisiko

 
Seite versenden  
Seite drucken