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Sorgloses Sonnenbad: Experten befrüchten eine Zunahme der Hautschäden
Sorgloses Sonnenbaden: Hautkrebs nimmt zu

Der "schlechter" Sommer hat viele Menschen zu sorglosem Sonnenbaden verleitet, das befürchten Experten. Deshalb befürchten sie, dass Hautschäden und ­Heller Hautkrebs massiv zunehmen.

Dieser Sommer war besser als sein Ruf: Wie der Deutsche Wetterdienst meldet, gab es vier Prozent mehr Sonnenschein als im langjährigen Mittel. Daher befürchten Experten, dass viele Menschen zu sorglos waren und sich Hautschäden geholt haben im Glauben, sie wären kaum in der Sonne gewesen. Das Haut Tumor Centrum der Charité (HTTC) rät daher, die Haut jetzt beim Hautarzt auf bleibende Schäden untersuchen zu lassen.

Gefährdet sei jeder, der wiederholt Sonnenbrände hatte oder sich nicht ausreichend vor Sonneneinstrahlung geschützt hat. "Bei zu intensiver Bestrahlung steigt das Risiko vor allem für hellen Hautkrebs stark an", warnt Prof. Eggert Stockfleth vom HTCC.

Heller Hautkrebs ist weltweit der häufigste Hautkrebs. Bisher mußte er meist operativ behandelt werden. Dies kann schmerzhaft sein und Narben hinterlassen. Seit kurzem ist ein neues Medikament zur Behandlung einer besonders häufigen Form des hellen Hautkrebses, des oberflächlichen Basalzellkarzinoms, zugelassen. .

Das Tumor Centrum warnt angesichts der stetig steigenden Patientenzahlen vor zu sorglosem Umgang mit der Sonne. Stockfleth: "Es reicht nicht aus, sich ’nur' vor Sonnenbränden ­ also
akuten Lichtschäden der Haut, aus denen häufig ein schwarzer Hautkrebs wird zu schützen. Auch die chronischen Beeinträchtigungen, die sich meist erst in höherem Alter als heller Hautkrebs bemerkbar machen, müssen vermieden werden."

Wer seine Haut immer wieder zu intensiver Sonnenbestrahlung aussetzt, sollte sich zumindest einmal jährlich vom Hautarzt untersuchen lassen, um Schädigungen frühzeitig zu erkennen. Generell gilt: Je heller die Haut, desto größer das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Menschen mit heller Haut, blonden oder rötlichen Haaren (Hauttyp 1 und 2), die kaum braun werden und fast immer einen Sonnenbrand bekommen, sollten besondere Vorsicht walten lassen.

Der Basalzellkrebs ist mit etwa 100.000 Neuerkrankungen pro Jahr allein in Deutschland und Steigerungsraten von bis zu sechs Prozent jährlich die häufigste Form des hellen Hautkrebses. Damit kommt dieser Krebs etwa zehn Mal häufiger vor als das gefürchtete Melanom, der so genannte schwarze Hautkrebs. Beim Basalzellkrebs handelt es sich häufig um oberflächliche Tumoren, die sich als dünne, verfärbte Hautstellen bemerkbar machen.

Basalzellkarzinome wachsen oft über Jahre, ohne Beschwerden zu verursachen. Stockfleth: "Der Patient geht meist erst dann zum Arzt, wenn eine Wunde entsteht, die nur schlecht heilt." Unbehandelt kann der Krebs jedoch tief ins Gewebe einwachsen und darunter liegende Strukturen zerstören. Hauptursache für das Auftreten von hellem Hautkrebs ist zuviel Sonnenlicht: Die ultravioletten Strahlen schädigen das Erbgut der oberen Hautzellen und schwächen das Immunsystem der Haut. Damit kann ­ mit einer zeitlichen Verzögerung von 10 bis 30 Jahren ­ Hautkrebs entstehen.

Heller Hautkrebs wird bisher vor allem operativ behandelt. Ein solches Verfahren kann jedoch schmerzhaft sein und Narben hinterlassen. Eine neue schmerz- und narbenfreie Therapie beim oberflächlichen Basalzellkarzinom bietet die Imiquimod-Creme. Auf die betroffenen Stellen aufgetragen, aktiviert sie das geschwächte Immunsystem der Haut gezielt gegen Krebszellen. Die Creme ruft eine gewollte lokale Entzündungsreaktion hervor, und die Haut nimmt vorübergehend ein ge-rötetes Aussehen an. Die Kosten für dieses neue, schonende Behandlungsverfahren werden von den Krankenkassen voll erstattet

Das HTTC erklärt die Wirkung so: Das aktivierte Immunsystem bekämpft die Krebszellen und ermöglicht, dass die Tumoren vollständig abheilen. In weltweiten Studien wurden Patienten über sechs Wochen mit dem Creme behandelt und anschließend weitere zwölf Wochen beobachtet. Optimale Ergebnisse wurden bei fünfmaliger Behandlung pro Woche erzielt. In einer Untersuchung ist es bei 82 Prozent zur vollständigen Abheilung des Tumors gekommen; in einer weiteren war sogar bei 90 Prozent der Patienten klinisch kein Krebs mehr sichtbar.

WANC 16.09.05
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