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Büro- und Wohnräume: Zusammenhangs zwischen Radonkonzentration und dem Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken
Innenräume: Erhöhtes Lungenkrebsrisiko durch Edelgas Radon

Dass ein Lungenkrebsrisiko durch Radon in Innenräumen besteht, bestätigen internationale Studien. Eine Erhöhung der Radonkonzentration um 100 Bq/Kubikmeter führen zu einem Anstieg des Lungenkrebsrisikos um 16%.

Das radioaktive Edelgas Radon ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Lungenkrebs und ist europaweit für einen großen Prozentsatz der Lungenkrebserkrankungen verantwortlich. Radon kann als einziges gasförmiges Element der Uran-Radium-Zerfallsreihe im Rahmen des natürlichen Zerfalls in die Atemluft gelangen. In ungünstigen Fällen reichert es sich in Wohnungen an und fördert die Entstehung von Lungenkarzinomen.

Der grundsätzliche Wirkungsprozess ist schon lange bekannt. Erste Beobachtungen wurden bereits im ausgehenden Mittelalter von Paracelsus und Agricola bei Bergarbeitern in den Silberbergwerken in Schneeberg gemacht (daher Schneeberger Lungenkrankheit). Risikoabschätzungen konnten lange Zeit nur anhand der hohen Dosen im Uran-Bergbau gemacht werden. Die Höhe des Risikos bei Belastungen, denen die gesamte Bevölkerung ausgesetzt ist, war bislang nicht genau genug untersucht.

Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Instituts für Epidemiologie des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit und der Tierärztlichen Hochschule Hannover analysierte Daten von über 7.000 Lungenkrebspatienten und über 14.000 Vergleichspersonen aus ganz Europa. In der weltweit größten Studie dieser Art wurden u.a. Radonmessungen in Wohnungen durchgeführt und detaillierte Befragungen der Rauchgewohnheiten mit in die Betrachtungen eingeschlossen.

Die vorliegenden Studienergebnisse unterstützen die Annahme eines linearen Zusammenhangs zwischen den Radonkonzentrationen in Wohnungen und dem Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Hierbei führt eine Erhöhung der Radonkonzentration um 100 Bq/Kubikmeter zu einem Anstieg des Lungenkrebsrisikos um 16%.

Wie groß die Zahl von Lungenkrebserkrankungen durch Radon in Deutschland genau ist, wird derzeit in einem weiteren Forschungsprojekt berechnet. Es ist davon auszugehen, dass auch in Deutschland zahlreiche Menschen betroffen sein werden. "Damit ist Radon in Innenräumen der wichtigste umweltbezogene Risikofaktor", so Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann vom Institut Epidemiologie der GSF.

WANC 23.12.04

Bundesamt für Strahlenschutz

Institut für Arbeitsschutz (PDF)

Bundesministerium für Umwelt

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