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Immunzellen werden zu Krebs-Killern

Mainzer Wissenschaftler schaffen die Grundlage für die Entwicklung einer neuartigen Immuntherapie bösartiger Tumorerkrankungen. Dabei wird das Immunsystem gegen den Tumor eingesetzt. Neu ausgerichtete Immunzellen greifen die Krebszellen agressiv an und vernichten sie.

Ärzte und Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz schaffen die Grundlage für die Entwicklung einer neuen, weit reichenden Immuntherapie bösartiger Tumorerkrankungen. Prof. Dr. Matthias Theobald und sein Team erzielten einen maßgeblichen Fortschritt darin, wie das Immunsystem effizient und zielgerichtet gegen Krebszellen eingesetzt werden kann.

Gesunde Zellen, die sich in Krebszellen umbilden, erzeugen bzw. präsentieren sich mit großen Mengen an Eiweißstoffen (Proteinen) - sogenannte "Tumor- und Leukämie-assoziierte Antigene" (TAA). Obwohl die Immunzellen diese TAAs erkennen und identifizieren, war es bislang schwierig, auf der Basis dieses Prozesses Immuntherapien für Krebspatienten zu entwickeln. Denn viele gesunde Zellen und das Zellgewebe produzieren ebenfalls kleine Mengen von TAAs, die der menschliche Körper zu einem gewissen Maß toleriert, was ihn insgesamt von einer heftigen Immunabwehr abhält.

Ärzte und Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben daher einen Weg gesucht, die Immuntoleranz der TAAs im menschlichen Körper zu umgehen, indem die hauptsächlichen Immunzellen (CD4 T-Helferzellen und CD8 T-Killerzellen) neu ausgerichtet werden. Dabei konzentrierten sich Prof. Dr. Matthias Theobald und sein Team insbesondere auf das "p53 tumor suppressor protein". Das ist in den meisten Tumorerkrankungen verändert, wird aber trotzdem im menschlichen Körper toleriert, da auch normale Zellen geringe Mengen von natürlichem p53 erzeugen.

Die Wissenschaftler bedienten sich nun eines gentechnischen Verfahrens. Sie arbeiteten mit Mäusen, die genetisch so verändert waren, dass deren gewöhnlichen CD8 T-Killerzellen die Fähigkeit zur Entwicklung einer Immuntoleranz gegenüber dem p53-Protein fehlte. Gleichzeitig erzeugten sie einen "Immunzell-Rezeptor (T-Zellrezeptor)", der speziell das "p53 tumor suppressor protein" mit ungewöhnlich hoher Effizienz identifiziert.

Die Gene für diesen Rezeptor wurden dann auf die menschlichen Immunzellen übertragen und führten zu neu ausgerichteten Immunzellen (CD4 T-Helferzellen und CD8 T-Killerzellen), die die Tumorzellen aggressiv angriffen. "Unsere Forschungsergebnisse legen den Grundstein für die Entwicklung einer neuartigen und umfassenden Immuntherapie bösartiger Tumorerkrankungen", bewertet Theobald.

WANC 26.01.05
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