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Foto: Charité
NK-Zelle: Körpereigene Abwehr gegen Krebs (Foto: Charité)
Killerzellen: Interferon lotst sie zum Krebs

Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) sind Bestandteil der körpereigenen Abwehr gegen Krebs. Mit dem Immunbotenstoff gamma-Interferon lassen sich die NK-Zellen gezielt ins Krebsgewebe dirigieren.

Natürliche Killerzellen, kurz NK-Zellen - hinter diesem Namen verbirgt sich eine wichtige Komponente des angeborenen Immunsystems. Im Gegensatz zu den T-Zellen des Immunsystems, die spezifische Zielstrukturen erkennen müssen um aktiv zu werden, sind NK-Zellen jederzeit einsatzbereit: Sie töten gezielt solche Körperzellen ab, die ihren Identitätsnachweis, das MHC-Klasse I-Molekül, verloren haben. Dies passiert etwa im Verlauf einer Virusinfektion oder bei der Entartung zu Krebs.

NK-Zellen gelten daher als wichtiger Verteidigungsmechanismus des Körpers gegen Krebs. Zahlreiche Untersuchungen haben bereits bestätigt, dass Krebspatienten, in deren Tumoren sich reichlich NK-Zellen fanden, eine besonders gute Prognose haben. Dr. Adelheid Cerwenka und ihr Team im Deutschen Krebsforschungszentrum haben nun erforscht, welche Faktoren NK-Zellen dazu veranlassen, in einen Tumor einzuwandern.

Anscheinend ist es der Immunbotenstoff gamma-Interferon, der den Ausschlag gibt: Mäuse überleben eine Transplantation von Lymph- oder Hautkrebszellen im Durchschnitt 25 Tage. Werden die Krebszellen jedoch auf Mäuse übertragen und dabei gleichzeitig das gamma-Interferon ausgeschaltet, so sterben die Tiere früher, ihre Tumoren enthalten weniger NK-Zellen.

Die Immunologen konnten auch aufklären, dass der Immunbotenstoff nur indirekt auf die NK-Zellen wirkt: Offenbar regt das gamma-Interferon im Tumor die Bildung eines weiteren Signalmoleküls an. Diese Substanz mit dem Namen CXCL10 lockt gezielt solche NK-Zellen, die den dazu passenden Rezeptor auf ihrer Oberfläche ausbilden, ins Krebsgewebe. Je mehr Signalmolekül im Tumor entsteht, desto mehr NK-Zellen wandern ins Krebsgewebe und umso länger dauert das Überlaben.

Der Effekt lässt sich "von außen" beeinflussen. So werden NK-Zellen auch dann angelockt, wenn biotechnologisch hergestelltes gamma-Interferon oder CXCL10 in das Geschwulst gespritzt wird. Cerwenka erklärt die medizinische Bedeutung. „Denn so können wir möglicherweise Tumortherapien unterstützen, indem wir dem Krebs gezielt die Natürlichen Killerzellen auf den Hals hetzen."

WANC 27.10.08/ Quelle: dkfz, Marco Wendel, Ioanna E. Galani, Elisabeth Suri-Payer und Adelheid Cerwenka: Natural Killer Cell Accumulation in Tumors Is Dependent on IFN-γ and CXCR3Ligands, Cancer Research 2008, Doi:10.1158/0008-5472.CAN-08-1440

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