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Täglich Aspirin senkt das Risiko für Krebs - aber es hat auch Nebenwirkungen (Foto: Bayer)
Täglich Aspirin senkt das Risiko für Krebs - aber es hat auch Nebenwirkungen (Foto: Bayer)
ASS gegen Krebs: Doch weniger Wirkung?

Aspirin senkt das Risiko, an Krebs zu sterben. Diese Meldung erfreute vor ein paar Jahren die Öffentlichkeit. Eine britische Studie mit über 25.000 Teilnehmern hatte ergeben, dass diejenigen, die mindestens vier Jahre lang täglich eine geringe Dosis ASS (Acetylsalicylsäure 75 Milligramm) eingenommen hatten, ein um 21 Prozent geringeres Risiko für einen Krebstod hatte als die, die ASS nicht verwendeten. Eine andere, erst kürzlich veröffentlichte Studie, hatte sogar eine Risikoverminderung von 37 Prozent ergeben. Das Ergebnis einer ganz neuen Studie der American Cancer Society ist allerdings weniger euphorisch.

Was macht die neueste Studie glaubhafter als all die anderen? Zum einen die große Zahl der untersuchten Personen: 100.139 Frauen und Männer. Und zum anderen die lange Zeit der Beobachtung: nämlich elf Jahre, von 1997 bis 2008. In diesem Zeitraum starben 5.138 Teilnehmer an Krebs. Die Studie ermittelt, dass das Risiko für einen Krebstod mit der täglichen Einnahme von ASS zwar niedriger lag als ohne die Einnahme. Aber die Risikoverminderung rangierte im Durchschnitt nur zwischen 8 und 16%. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Patienten/innen ASS weniger oder länger als fünf Jahre genommen hatten. In anderen Studie wurde eine Schutzwirkung erst nach mehr als fünf Jahren täglicher Einnahme von ASS bemerkt. Diesen Zusammenhang zwischen Dauer und Wirksamkeit bestätigt die neueste Studie also nicht.

In anderen Studien war die risikosenkende Wirkung von ASS für mehrere Krebsarten festgestellt worden: für Speiseröhrenkrebs um 60 Prozent, für Dickdarmkrebs um 40 Prozent,  für Lungenkrebs um 30 Prozent und für Prostatakrebs um etwa 10 Prozent. Einen Unterschied der Wirksamkeit kann auch die Studie der American Cancer Society entdecken. Besonders erfolgreich scheint ASS Tumoren der Speiseröhre, des Magens sowie des Darms zu verhindern: Hier lag die Risikominderung bei 40 Prozent. Bei allen anderen Krebsarten war der Effekt wesentlich geringer: - 12 Prozent.

Die Amercian Cancer Society legt die Studie nun so aus, dass Aspirin zwar die Wahrscheinlichkeit für eine Krebserkrankung senkt. Dennoch könne man kaum jedem empfehlen, täglich das Mittel zu schlucken. Denn den positiven Wirkungen ständen möglichen negativen Wirkungen - insbesondere die höheren Gefahren für Blutungen in Magen und Darm - entgegen. Vor- und Nachteile müssten deshalb sorgsam gegeneinander abgewogen werden.

Berliner Ärzteblatt 14.08.2012, Quelle: JNCI J Natl Cancer Inst (2012), doi: 10.1093/jnci/djs318
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