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Ingwer senkt Übelkeit und Erbrechen um 40% (Foto: w.r.wagner / pixelio.de)
Ingwer senkt Übelkeit und Erbrechen um 40% (Foto: w.r.wagner / pixelio.de)
Ingwer vermindert Nebenwirkungen der Chemotherapie

Patienten, die eine Chemotherapie erdulden müssen, kämpfen oft mit unangenehmen Nebenwirkungen: Übelkeit und Erbrechen. Viele setzen als Gegenmittel Ingwer ein, weil das Heilmittel aus der chinesischen Medizin den Magen beruhigt und Schmerzen lindert. Jetzt haben Wissenschaftler entschlüsselt, wie Ingwerwurzel wirkt.

Bei manchen Krebspatienten reicht die negative Wirkung der Chemotherapie so weit, dass sie nichts oder nur sehr wenig zu sich nehmen können. Manchmal ist die damit einhergehende Schwächung des Patienten ein Grund, warum Ärzte eine ansonsten wirksame Therapie abbrechen muss. Das Unwohlsein hat einen Grund: die in den Chemo-Medikamenten enthaltenen Zellgifte.

Diese greifen vor allem Zellen an, die sich schnell vermehren – das sind in erster Linie Krebszellen. Aber auch Darmzellen erneuern sich ständig und sind deshalb ebenfalls anfällig für die Medikamente. Dr. Beate Niesler vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums in Heidelberg erklärt, was dann geschieht: Die geschädigten Zellen setzen den Botenstoff Serotonin frei, der das Brechzentrum im Gehirn aktivieren kann. Die Folge sind Übelkeit und Erbrechen.

Diese Begleiterscheinungen einer Chemotherapie lassen sich mittlerweile mit Medikamenten, den sogenannten Anti-Emetika, bekämpfen. Viele Krebspatienten wollen aber lieber die natürlichen Wirkstoffe der Ingwerwurzel nutzen. Denn die sind mindestens genauso wirksam. In einer 2009 veröffentlichten US-Studie senkte Ingwerextrakt die Beschwerden um 40%.

Niesler hat nun erforscht, warum Ingwer so erfolgreich gegen Übelkeit ist. „Die Ingwerwurzel enthält eine Reihe von hochwirksamen Inhaltstoffen“, erklärt Niesler. Diese besetzen die Serotonin-Andockstellen auf den Nervenzellen. „Die Folge: Das Serotonin kann nicht mehr binden. Das Brechzentrum wird nicht aktiviert und die Übelkeit bleibt aus.“

In Zukunft kann sich Niesler eine Kombination von Ingwerextrakt und Anti-Emetika vorstellen. Die Behandlung der von der Chemotherapie verursachten Übelkeit wäre doppelt wirksam, meint sie.


Berliner Ärzteblatt 11.07.2013/ Quelle: Neurogastroenterology and Motility
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