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Krebsrisiko und Körpergröße

Das mag viele überraschen: Die Körpergröße eines Menschen wirkt sich auf das Risiko aus, an Krebs zu erkranken. Eine Studie hat jetzt nachgewiesen, dass das insbesondere für Frauen nach der Menopause gilt. Andere Studien haben aber auch gezeigt, dass Männer von dem Problem genauso betroffen sind.

In der aktuellen Studie wurden 144.701 Frauen im Alter zwischen 50 und 79 über im Durchschnitt 12 Jahre beobachtet. In dieser Zeit wurden 20.928 Krebsfälle festgestellt. Die Auswertung der Daten ergab, dass die Körpergröße einen direkten Einfluss auf die Höhe des Risikos hatte, an Krebs zu erkranken.

Und das bedeutete, dass pro 10 Zentimeter (cm) mehr Körpergröße das Risiko für irgendeine Krebserkrankung um 13% anstieg. Was spezielle Krebsarten betraf, so schwankte es zwischen 13% und 17% für Haut- und Brustkrebs, sowie zwischen 23% und 29% für Nieren-, Blut-, Darm- und Schilddrüsenkrebs. In die andere Richtung funktioniert die Abhängigkeit allerdings nicht: Für keine Krebsart konnte mit wachsender Körpergröße eine Abnahme des Erkrankungsrisikos entdeckt werden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Ergebnisse so auch für Männer gelten.

Es gibt auch andere Untersuchungen, die zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sind. Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) haben beispielsweise ermittelt, dass das Risiko von Frauen, die größer als 1,675 Meter waren, um 79% höher war an Dickdarmkrebs zu erkranken, als bei kleinen Frauen mit einer Länge von weniger als 1,560 Meter. Bei Männern stieg für die gleiche Erkrankung das Risiko von der Gruppe der Kleinen, kleiner als 1,68 Meter, bis zur Gruppe der Größten, bis 1,805 Meter um 40% an.

Britische Forscher haben heraus gefunden, dass je größer Frauen waren, desto höher ihr Krebsrisiko lag. Für jede 10 cm, die über 1,5 Meter Körpergröße hinausging, nahm das Risiko für eine Krebserkrankung um durchschnittlich 16% zu. Doch es gab erhebliche Unterschiede bei den einzelnen Krebsarten. Am deutlichsten war die Abhängigkeit des Risikos von der Körpergröße bei Hautkrebs (pro 10 cm plus 32%), bei Nierenkrebs (pro 10 cm plus 29%) und bei Leukämie (pro 10 cm plus 26%). Bei Brustkrebs ermittelten sie eine Risikosteigerung von 17% pro 10 cm.

Ärzte vom Hamburger Albertinen-Krankenhaus haben bei Hodenkrebs die Erfahrung gemacht, dass Männer über 1,90 Meter ein dreifach erhöhtes Erkrankungsrisiko haben.

Warum dieser Zusammenhang existiert, kann bisher niemand genau erklären. Es gibt aber Vermutungen. Eine ist, dass Wachstumshormone, die die Körpergröße beeinflussen, auch beim Wachstum und der Vermehrung entarteter Krebszellen eine Rolle spielen. Eine andere ist, dass große Menschen ein größeres Risiko haben, einfach weil sie mehr Zellen besitzen, die mutieren können. Und drittens gilt eine kalorienreiche Ernährung in der frühen Kindheit als Ursache.

Wissenschaftler raten großen Menschen, sich trotzdem keine Sorgen zu machen. Denn im Vergleich zu anderen Risiken spiele die Körpergröße nur eine untergeordnete Rolle. Und Körpergröße allein sein kein Risiko für größere Gesundheitsgefahren - im Gegenteil. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt mehr Körpergröße sogar vor Gefahren.


Berliner Ärzteblatt 29.07.2013/ Quelle: Cancer Epidemiol Biomarkers Prev
Körpergrößen-Taillen-Verhältnis: Bessere Risikoabschätzung für Erkrankungen

Pubertät: Je früher sie eintritt, desto höher das Krebsrisiko

Gesunder Lebensstil: Krankheitsrisiken sinken

Bewegung senkt das Krebsrisiko

Können Ernährungsprobleme Krebs begünstigen?

 
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