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Es gibt Studien, die von einem höheren Risiko für Leukämie und Brustkrebs für Menschen ausgehen, die in der Nähe von Hochspannungsleitungen leben (Foto: Uwe Schlick/pixelio.de)
Es gibt Studien, die von einem höheren Risiko für Leukämie und Brustkrebs für Menschen ausgehen, die in der Nähe von Hochspannungsleitungen leben (Foto: Uwe Schlick/pixelio.de)
Erhöhen Hochspannungsleitungen die Gefahr für Leukämie?

Die Diskussion um dieses Thema ist emotionsgeladen. Das liegt vor allem daran, dass die bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen zwar einen Zusammenhang zwischen Elektrosmog und Blutkrebs herstellten. Doch blieb dieser fraglich, weil ein eindeutiger Beweis eben doch nicht gelang. Jetzt glauben Wissenschaftler den Beleg dafür erbracht zu haben, dass Hochspannungsleitungen doch kein Leukämierisiko für Kinder darstellen.

Das sind die Fakten der Studie: Untersucht wurden fast 16500 Kinder in Großbritannien, bei denen zwischen 1962 und 2008 Leukämie diagnostiziert worden war. Die Analyse der Daten ergab, dass Kinder, die innerhalb eines Bereiches von 600 Metern zu Hochspannungsleitungen aufwachsen, kein erhöhtes Risiko für Blutkrebs haben. Die Wissenschaftler sagen, dass sie keinen direkten biologischen Effekt von Hochspannungsleitungen auf das Leukämierisiko erkennen können.

Die Universität von Oxford hat eine derartige Studie bereits 2005 durchgeführt. Damals war das Ergebnis anders: Kinder, die innerhalb eines Bereiches von 200 Metern zu Hochspannungsleitungen aufwuchsen, hatten ein 69% erhöhtes Risiko für Leukämie, innerhalb von 600 Metern war das Risiko um 23% erhöht. Damals kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass ein Zusammenhang zwischen Elektrosmog und Leukämie bestehe.

Warum die Unterschiede zwischen den beiden Studien so groß ausfallen, erklären die Wissenschaftler der Universität lapidar damit, dass sich die Bevölkerungscharakteristiken der Bewohner, die nahe von Hochspannungsleitungen leben, geändert hätten und dass die neue Studie viel genauer gewesen sei. Doch sie räumen auch ein, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um die unterschiedlichen Ergebnisse wirklich erklären zu können.

Anmerkung: Ein wenig erstaunlich sind die unterschiedlichen Untersuchungsergebnisse schon. Auch die Studie des Instituts für Medizinische Statistik, Universität Mainz, fand zwar heraus, dass jene Kinder häufiger an Leukämie erkranken, die während der Nacht einem Magnetfeld von mehr als 0,2 Mikrotesla (was in der Nähe von Hochspannungsleitungen anzutreffen ist) ausgesetzt waren. Doch der Zusammenhang sei eher schwach, meinten die Wissenschaftler. Und das Deutsche Kinderkrebsregister in Mainz hat ermittelt, das kam ebenfalls zu der Einschätzung, dass Kinder mit einer derartigen Belastung "ein erhöhtes Leukämierisiko aufweisen". Es bleiben also weiter Fragen, die auch die neuen Ergebnisse der Universität von Oxford nicht beantworten können.


Berliner Ärzteblatt 13.02.2014/ Quelle: Gesundheitsmonitor, BMJ, JAMA

Hochspannungsleitungen können Leukämie auslösen

Elektrosmog: Die verkannte Gefahr

Elektrosmog: Gesundheitliche Beschwerden nur Einbildung?

 
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