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Metastasen an der Wanderung hindern

Viele Tumorerkrankungen sind deshalb so gefährlich, weil die Krebszellen Ableger bilden, die durch das Blutsystem in andere Organe wandern. Dort setzen sie sich fest und beginnen - manchmal sofort, manchmal erst Jahre später - neue Tumore zu bilden. Gegen diese Streuung gibt es bisher wenig Mittel, außer den Tumor zu entfernen, bevor er Metastasen bildet. Wissenschaftler sind jetzt auf dem Weg, durch Naturstoffe die Ausbreitung der Tumorzellen zu unterbinden.

Professor Angelika Vollmann, Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie an der LMU München, weiß, dass die meisten Menschen nicht an der Krebserkrankung sterben, die zuerst entdeckt und behandelt wird. Sondern vielmehr an den durch Metastasen verursachten Folgen, nämlich neue Tumore. Noch ist es allerdings fast unmöglich, die Ausbreitung von Krebszellen zu verhindern. Das hat seinen Grund: Die Wege und Prozesse, über den die Metastasen in andere Organe wandern und sich dort festsetzen, sind so kompliziert, dass sie bisher kaum erkannt wurden. Deshalb ist es auch so problematisch, ein Medikament dagegen zu entwickeln.

Doch Vollmann und ihrem Team ist es möglicherweise nun gelungen, Metastasen zu stoppen. Sie verwenden dazu einen komplizierten Naturstoff, der aus sogenannten Myxobakterien aufgebaut ist. Myxobakterien sind kleinste Organismen, die in der Erde oder im Kompost vorkommen und meist in Schwärmen auftreten. Sie haben eine unschätzbare Fähigkeit: Sie können andere Organismen in ihrem Wachstum hemmen und sogar abtöten. Diese Fähigkeiten machen sich die Wissenschaftler zu Nutze. Sie haben aus den verschiedenen Myxobakterien einen Wirkstoff "komponiert": das Archazolid. Dieses ist in der Lage, sich über den Blutstrom verbreitende Krebszellen aufzuhalten. In einem Tierversuch hat das bereits funktioniert: Tumorzellen der Brust wurden daran gehindert, in die Lunge zu wandern. Vollmann sagt deshalb, dass Archazolid "ein vielversprechender Ansatz für ein Medikament gegen Metastasierung“ ist.

Bekannt ist Archazolid bereits aus der Antibiotikaforschung. Die Helmholtz Gemeinschaft forscht daran, um daraus ein Antibiotikum zu formen, das Infektionskrankheiten behandeln kann, ohne auf Resistenzen zu stoßen. Resistenzen gegen herkömmliche Antibiotika machen viele Keime unangreifbar und die von ihnen hervorgerufenen Krankheiten immer schwerer oder sogar gar nicht behandelbar. Archazolid kann aber den Transport, das Wachstum und die Teilung bestimmter Krankheitszellen behindern. Allerdings wird es noch ein paar Jahre dauern, bis Archazolid als Medikament wirklich erhältlich ist.

Berliner Ärzteblatt 10.10.2012/ Quelle: Cancer Res.; doi: 10.1158/0008-5472.CAN-12-1772

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