Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Hirntumore durch mobile Telefone: Die Gefahren lassen sich nicht wegdiskutieren

Über die Gefahren der Handynutzung gibt es viele kontroverse Meinungen. Für die Betreiber von Mobilfunknetzen, die Hersteller der Handys und die wirtschaftsverliebte Bundesregierung  liegt die Sache ziemlich klar: Die Beweise für mögliche Gefährdungen sind nicht erbracht, also besteht auch kein Grund für Alarm. Doch die Gegner von elektromagnetischen Feldern und Strahlungen sehen das ganz anders. Für sie bleibt das Risiko eines Hirntumors durch Mobiltelefonie sehr real. Eine neue Datenauswertung lässt jetzt den Schluss zu, dass das mobile Telefonieren der Gesundheit doch mehr schaden kann, als von vielen gerne zugegeben wird.

Mit Studien zum Thema Tumorrisiko und Handy gibt es gleich mehrere Probleme. Hier nur drei: Studien müssen über einen langen Zeitraum laufen, damit wirklich valide Ergebnisse erzielt werden können. Da fast alle Studien auf der Erinnerung der Menschen an ihre Telefonaktivitäten beruhen und diese oft falsch oder eingeschränkt sind, kommt es zu Verzerrungen der Ergebnisse, die klare Schlussfolgerungen nicht gestatten. Die Studien werden überwiegend von den Geräteherstellern und Netzbetreibern mitfinanziert, deshalb existiert großer Argwohn, dass die Auswertung unabhängig und ohne Einfluss bestimmter Interessen erfolgen kann.

Ein Beispiel dafür ist die Interphone-Studie, die als größte internationale Untersuchung zum Zusammenhang zwischen mobilem Telefonieren und Krebsrisiko gilt. 5.190 Patienten mit Gehirntumoren wurden darin zu Handygebrauch befragt und mit 7.658 gesunden Personen verglichen. Zwar bestätigte die Auswertung ein Zunahme der Häufigkeit von Gliomen bei  erkrankten Intensivtelefonierern gegenüber dem Durchschnitt um 40 Prozent. In dieser Gruppe traten Meningeome zu 15 Prozent über dem Durchschnitt auf. Doch Kritiker benannten nicht nur elf Mängel sondern erklärten, dass die befragten Patienten ihren Telefonkonsum im Nachhinein stark überschätzten, weil sie auf der Suche nach Gründen für die Tumorerkrankung waren.

Wissenschaftler scheinen diese Einschränkungen nun ausgeräumt zu haben. Von ihnen wurden 253 Gliom- und 194 Meningeom-Fälle mit 892 gesunden Personen verglichen. Dabei wurden andere Risikofaktoren genauestens heraus gerechnet. Dabei konnte für Normaltelefonierer kein erhöhtes Risiko entdeckt werden. Wer aber in der Beobachtungszeit von 2004 bis 2006 - also innerhalb von drei Jahren - mehr als 896 Stunden telefoniert oder über 18.360 Anrufe getätigt hatte, dessen Risiko für einen Gehirntumor stieg um das 2,89- respektive um das 2,10-Fache.

Berliner Ärzteblatt 14.05.2014/ Quelle: Occup Environ Med

Mobilfunk: Es drohen doch Gesundheitsgefahren

Handystrahlung: Die umstrittene Gefahr

Risiken von Funk- und Handystrahlen: Keine einfachen Antworten

Handy-Nutzer: Krebsrisiko nicht ausgeschlossen

Mobiles Telephonieren: Krebsrisiko nur bei Vieltelefonierern

 
Seite versenden  
Seite drucken