Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Mobilfunk: Es drohen doch Gesundheitsgefahren

Der Streit um die Gefahren der elektromagnetischen Strahlung durch Handys wird seit langem und sehr innig geführt. Die meisten bisherigen Studien zu der möglichen krebserregenden Wirkung der Mobilfunkstrahlung können eine direkte Gefährdung wenn überhaupt nur für Vieltelefonierer und Kinder erkennen. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht das so. Doch nun kommt eine Untersuchung der Universität Tel Aviv zum Ergebnis, dass Krebsrisiken durchaus bestehen.

Vielleicht hat die große Euphorie um die mobile Kommunikation und Apps die Mahner vor den gesundheitlichen Gefahren des Mobilfunkes stumm gemacht. Etliche Studien, die meisten davon wurden im übrigen von Mobilfunkbetreibern und Handyherstellern bezahlt, bewerten das Risiko als gering, durch die von den mobilen Telefonen erzeugten elektromagnetischen Strahlen an Krebs zu erkranken. Andere, die vielfach von Organisationen angestrengt werden, kommen zu dem Ergebnis, dass Gesundheitsgefahren bestehen können.

Allerdings ist das Thema auch so komplex, dass es schwer fällt, eindeutige Aussagen zu den Risiken des Mobilfunks zu bekommen. Fast immer kommen wachsweiche Bewertungen dabei heraus. Beispielsweise, dass die betrachteten Studien den Verdacht nicht erhärten, dass der Mobilfunk negative gesundheitliche Auswirkungen hat. Oder, dass eine Krebsgefahr aufgrund der vorliegenden Daten nicht wahrscheinlich ist. Riskant könnte es vermutlich, vielleicht, eventuell nur für Vieltelefonierer und Kinder sein.

Jetzt haben Wissenschaftler 20 Mobiltelefonierer untersucht, die die das Handy zwischen 8 und 15 - im Durchschnitt 12,5 - Jahre und es im Monat zwischen 8 und 100 - im Durchschnitt 29,6 Stunden nutzten. Als Kontrollgruppe dienten taube Menschen, die niemals ein Handy verwendeten.

Beim Vergleich des Speichels der beiden Gruppen fanden die Wissenschaftler bei den Mobiltelefonierern einen - wie es in der Fachsprache heißt - "signifikanten" Anstieg der oxidativen Stresswerte. Das bedeutet, dass die Werte, die auf die Aktivität von den den Organismus schädigenden aggressiven Sauerstoffverbindungen, deutlich bis sehr deutlich erhöht waren. Bei oxidativem Stress bilden sich im Körper schädliche Stoffe, die Zellen beschädigen können. Das Tumorforschungszentrum im Wien betrachtet oxidativen Stress als Ursache oder auch Folge eines Krebsgeschehens, dass das Wachstum von Tumoren begünstigt.

Alles andere als Entwarnung gibt auch der Report BioInitiative. Darin wurden über 1800 Studien ausgewertet, die sich mit elektromagnetischen Feldern beschäftigen. Demnach sind Mobiltelefonierer besonders gefährdet. Mobilfunk kann das Risiko für Gehirntumore erhöhen, das Sperma beschädigen, das Risiko für Autismus steigern und die Entwicklung des Gehirns beim Fötus verzögern. Dr. Lennart Hardwell von der Orebro Universität in Schweden fordert deshalb: "Elektromagnetische Strahlung sollte endlich als für Menschen krebserzeugend klassifiziert werden. Die bestehenden Sicherheitsstandards reichen nicht aus, um die Gesundheit der Menschen zu schützen."

Berliner Ärzteblatt 09.08.2013/ Quelle: Antioxid. Redox Signal., BioInitiative 2012 Report

Handystrahlung: Die umstrittene Gefahr

Mobiles Telephonieren: Krebsrisiko nur bei Vieltelefonierern

Mobilfunk: Neue Hinweise auf krebserregende Wirkung

Mobilfunk: Streit um die wahren Gefahren

Hochfrequente Strahlen: Vollkommen gefahrlos?

Mobilfunk: Entwarnung für Gesundheitsrisiken?

 
Seite versenden  
Seite drucken