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Heiße Ohren durch Handys: Erhöht die Strahlung auch die Gefahr für Hirntumore? (Foto: Robert Müller / pixelio.de)
Heiße Ohren durch Handys: Erhöht die Strahlung auch die Gefahr für Hirntumore? (Foto: Robert Müller / pixelio.de)
Mobiltelefone: Neue Studie sagt, Krebsgefahr besteht

Die Diskussion um die möglichen Gesundheitsgefahren von Mobiltelefonen und ihren elektromagnetischen Feldern sind nicht nur schier endlos, sondern auch sehr kontrovers. Während Hersteller und Netzbetreiber durch von ihnen finanzierte Studien die Unbedenklichkeit nachweisen wollen, sind die EU (Scientific Committees - Health and Food Safety) sowie das Bundgesgesundheitsministerium zwar etwas vorsichtiger, meinen aber, dass es keine Studien gibt, die ein erhöhtes Krebsrisiko für Nutzer von Mobiltelefonen nachweisen. Nun legt das US-amerikanische National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS) die Ergebnisse einer Studie vor, die die Strahlung von Mobiltelefonen als Krebsgefahr bezeichnet.

Menschen, die unter den Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern (EMF) leiden - in dem sie z.B. starke Kopfschmerzen bekommen - wird schnell und gerne unterstellt, dass sie sich etwas einbilden. In einer Stellungnahme der Europäischen Kommission (SCENIHR - 2015) liest sich das so: "Manche Leute schreiben unspezifische, gesundheitliche Symptome wie Kopfschmerzen, Ermüdung und Schwindel den Funkfrequenzfeldern (RF-Felder) zu. Solche Beschwerden haben Bedenken laut werden lassen, dass bestimmte Individuen auf EMF viel sensibler reagieren als andere. Dies ist ein Phänomen, das "idiopathische umweltbezogene Unverträglichkeit gegenüber elektromagnetischen Feldern" (IEI-EMF) genannt wurde und auch als "elektromagnetische Überempfindlichkeit" bekannt ist. Seit dem Vorgängergutachten 2009 durchgeführte Studien bestärken die damalige Schlussfolgerung, dass es keine Nachweise dafür gibt, dass eine EMF-Exposition über Mobiltelefone ursächlich mit diesen Symptomen zusammenhängt."

Und auch in der Frage, ob Mobiltelefone Krebs auslösen können, findet die EU eher eine ablehnende Antwort: "Bisher zeigen die meisten verfügbaren Studien kein erhöhtes Risiko für Hirntumoren. Darüber hinaus weisen sie auch nicht auf ein erhöhtes Risiko für andere Krebskrankheiten des Kopf- und Nackenbereichs hin." Und: "Epidemiologische Studien weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für andere bösartige Krankheiten, einschließlich Krebserkrankungen bei Kindern, hin."

Tatsächlich liefern sich Verteidiger der These von der "Abwesenheit einer krebserregenden Wirkung" von elektromagnetischen Feldern und Ankläger der Gefahren von Mobiltelefonen heftige Gefechte. Belegt eine Studie mögliche Krebs- und andere Krankheitsgefahren, dauert es nicht lange, bis eine andere Studie genau das Gegenteil behauptet. Ob daran die nun zum Teil veröffentlichte Studie, die im Auftrag des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums von einer staatlichen Institution durchgeführt wurde, etwas ändern wird, ist zumindest fraglich.

In der Studie wurden Ratten über die Dauer von zwei Jahren elektromagnetischen Feldern in unterschiedlichen Stärken - im Bereich der Stärke von Mobiltelefonen oder darüber - ausgesetzt. Und zwar je 90 Tiere über je 9 Stunden am Tag 1,5, 3 oder 6 Watt pro Kilogramm Körpergewicht oder gar keinem elektromagnetischen Feld. Eine Zwischenauswertung - die endgültigen Daten werden wohl erst Ende 2017 ausgewertet sein - ergab eine auffällige Zunahme von zwei Arten von Tumoren: Gliome, das sind Gehirntumore und dazu gehört auch der der Glioblastom, einer der häufigsten und bösartigen Hirntumore, sowie Schwannome am Herzen, das sind langsam wachsende Tumore an den Nervenfasern, die zu einer Lähmung der Nerven führen können. 

An einem Gliom erkrankten 2-3 Prozent und an einem Schwannom 1-3 Prozent der Tiere. Betroffen waren nur die männlichen Ratten. Warum die weiblichen Ratten nicht betroffen waren, ist nicht erklärt. 

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Daten haben sich sowohl Kritiker wie Befürworter gemeldet. Und wieder geht es darum, ob diese Studie eine Beweiskraft hat. Das wird sich wohl endgültig erst zeigen, wenn die kompletten Studienergebnisse vorliegen. Derzeit laufen noch zwei große Studien, die sich mit dem Zusammenhang von Handystrahlung und der Entstehung von Krankheiten befassen. Die COSMOS-Studie will Mobil-Telefonierer insgesamt 20 bis 30 Jahre beobachten. Bisher sind einzelene Studienteilnehmer zwischen 3 und 5 Jahren unter Beobachtung. Erste Zwischenergebnisse sollen Anfang 2017 veröffentlicht werden. Das CREAL RADIATION PROGRAMME der EU will die Gefahren elektromagnetischer Felder und Strahlung erkunden. Dazu gehört z.B. das Projekt Mobi-Kids, das das Risiko eines Gehirntumors durch elektromagnetische Felder bei Kindern untersucht. 

31.05.2016/ Quelle: BioRxiv

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