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Sodbrennen verantwortlich für Schleimhautkrebs in der Speiseröhre

6000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Speiseröhrenkrebs. Ärzte beklagen vor allem die erschreckende Zunahme - eine Versechsfachung der Fälle in den letzten 20 Jahren - des sogenannten Barrett-Karzinoms, das ist ein Krebs der Speiseröhren-Schleimhaut. Betroffen sind überwiegend Männer über 50 Jahren mit chronischem Sodbrennen und Übergewicht. Generell ist die Prognose für das Ösophagus-Karzinom (medizinischer Ausdruck für Speiseröhrenkrebs) ungünstig: Fünf Jahre nach der Diagnose liegt die Überlebensrate derzeit bei lediglich 17 Prozent. Wird der Schleimhautkrebs jedoch früh erkannt und behandelt, ist er in mehr als 90 Prozent der Fälle heilbar.
 
Warum sich die Schleimhaut in eine sogenannte Barrett-Schleimhaut verwandelt, hat vor allem den chronischen Rückfluss von Salzsäure, Gallensäure und Enzymen aus Magen und Zwölffingerdarm in die Speiseröhre als Grund. Die Säure führt auf Dauer dazu, dass sich die Schleimhautzellen der Speiseröhre in Vorstufen von Krebszellen verwandeln. Etwa 1,3% aller Erwachsenen in Deutschland leiden darunter, die Dunkelziffer liegt wesentlich höher. In 13 Prozent der Fälle entwickelt sich dann eine Barrett-Schleimhaut. Und die bringt ein um 40-125fach erhöhtes Risiko mit sich, einen Krebs zu entwickeln. Neben Reflux und Übergewicht stellt vitaminarme Ernährung einen wesentlichen zusätzlichen Risikofaktor dar. Häufiges Sodbrennen ist das wichtigste Alarmzeichen für krankhafte Veränderungen in der Speiseröhre.
 
In den letzten zehn Jahren wurden Fortschritte darin gemacht, die Krebsvorstufen in Barrett-Schleimhaut und Schleimhautkrebs zu erkennen und zu behandeln. Derzeit gibt es drei verschiedene Behandlungsverfahren:
 
1. Die längste Erfahrung besteht heute für die sogenannte Mucosaresektion (EMR) mit Nachverfolgungszeiträumen bis 15 Jahre. Dabei trägt der Arzt mit der Endoskopschlinge schrittweise Schleimhautstückchen mit bis zu zwei Zentimeter Größe ab.

2. Weniger als die EMR greift die 2003 in den USA entwickelte sogenannte Radiofrequenz-Ablation oder auch BarrX-Verfahren den Körper an. Hierbei veröden Ärzte mittels Strom über einen aufblasbaren zylindrischen Ballon die veränderte Speiseröhrenschleimhaut oberflächlich. Von April 2005 bis Juni 2011 wurden weltweit mehr als 85.000 Eingriffe mit diesem Ballonverfahren durchgeführt, bei dem jeweils die Schleimhautoberfläche in mehreren Durchgängen hitzebehandelt wird. 

3. Die Endoskopische Submucosa-Dissektion (ESD) wird bisher nur von wenigen Zentren zur Behandlung von Speiseröhren-Frühkarzinomen in Europa durchgeführt. Sie ermöglicht die röhrenförmige Entfernung der kompletten Schleimhaut mit den Krebsbezirken. Wesentlicher Vorteil ist, dass der Pathologe anschließend die Schleimhaut als Ganzes unter dem Mikroskop untersuchen und damit eine eindeutige feingewebliche Aussage darüber treffen kann, ob die krankhaften Stellen in der Tiefe und zu den Rändern komplett entfernt wurden. Ärzte loben, dass die restlose Entfernung für das mit Abstand geringste Wiedererkrankungsrisiko sorgt. Allerdings belastet dieses Verfahren den Patienten auch meisten, erfordert ein hohes fachliches Können vom Arzt und erfordert den am längsten dauernden Eingriff.
 
Berliner Ärzteblatt 04.09.2012/ Quelle: Viszeralmedizin 2012

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