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Nierenerkankungen haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt
Wissenschaftler befüchten extemen Anstieg von Nierenerkrankungen

Foscher aus Deutschland und Großbritannien warnen vor einem rasanten Anstieg von Nierenerkrankungen in den kommenden zehn Jahren. Die Gründe für diese Entwicklung liegen einerseits in einer Vergreisung der Bevölkerung, andererseits im Anstieg der Volkskrankheiten wie Diabetes und Hochdruck, die in unmittelbaren Wechselbeziehungen zu Nierenerkrankungen stehen.

Wie die Forscher ermittelten, hat sich die Rate der Nierenerkrankungen in der vergangenen Dekade verdoppelt und deshalb warnen sie vor einer Zunahme im epidemischen Ausmaß. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie will aus diesem Grund den Urintest als Standard in den hausärztlichen Jahrescheckup integrieren.

Die deutschen Experten verweisen auf die Notwendigkeit einer verbesserten Prävention und Früherkennung. Der Hauptgrund für terminale Niereninsuffizienz, einem Schaden, der nicht mehr zu beheben ist, liegt darin, dass die Niere ein "leises Organ" ist und sich Verschlechterungen der Organfunktion nicht gleich durch Schmerzen oder andere auffällige Symptome bemerkbar machen.´

Eine besondere Risikogruppe stellen die weltweit 154 Mio. Diabetiker dar. Nach globalen Statistiken wird sich diese Zahl in den nächsten 20 Jahren verdoppeln. Damit wird sich auch die Zahl der Fälle, bei denen ein terminales Nierenversagen eine Folge des Diabetes ist, verdoppeln. Schon heute sind etwa die Hälfte aller dialysepflichtigen Patienten Diabetiker. Interessant ist auch der Zusammenhang zwischen Nierenerkrankungen und kardiovaskulären Erkrankungen: Beide beeinflussen sich gegenseitig und haben die gleichen Risikofaktoren: Rauchen, Übergewicht, Hochdruck.

Für die Experten gewinnt durch diese Zahlen die Früherkennung an Bedeutung. So weist ein erhöhter Eiweißwert im Urin auf Nierenschädigungen hin. Darüber hinaus ist dies auch ein Marker für Herz-Kreislauferkrankungen. Bisher ist der Test nur im Vorsorgekatalog für Diabetiker enthalten, doch angesichts der dramatisch steigenden Zahlen fordert die Gesellschaft, den Urintest in den jährlichen "Jahrescheck" zu integrieren. Eine Früherkennung bedeutet nicht nur bessere Heilungschancen für die Patienten, sondern auch eine erhebliche Kostenersparnis, denn Nierenersatztherapien sind sehr kostenintensiv.

WANC 04.02.05/pte

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