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Divertikel
Divertikel: Schwachstellen werden zu Ausstülpungen der Darmwand
Divertikulose: Nicht immer harmlos

Stuhlunregelmäßigkeiten und Verstopfung sind mehr als lediglich ein lästiges Übel. Bestehen die Probleme über mehrere Jahre hinweg, können daraus Ausstülpungen der Darmwand - so genannte Divertikel - entstehen. Folgen können ernsthafte Entzündungen bis zur gefährlichen Bauchfellentzündung sein.

Beim Gesunden sieht die Wand des Dickdarms schlauchförmig und glatt aus. Durch ständige Drucksteigerung, zum Beispiel bei chronischer Verstopfung, kommt es jedoch an Schwachstellen zu Ausstülpungen der Darmwand - es bilden sich so genannte Divertikel. Treten diese in großer Zahl auf, spricht man von einer Divertikulose. Vielfach sind ältere oder übergewichtige Personen davon betroffen. Darmdivertikel lassen sich bei mehr als 50% der über 70-Jährigen nachweisen. Für sich genommen sind diese Aussackungen harmlos und bereiten keinerlei Probleme. Häufig erfolgt die Diagnose als Zufallsbefund im Rahmen einer Dickdarmspiegelung.

Die Ausstülpungen neigen jedoch zur Ansammlung von Stuhl, was eine Reizung der Schleimhaut bewirkt. Die lokale Vermehrung von Bakterien verursacht zusätzliche Irritationen, diese lösen Beschwerden aus. "Die Patienten kommen mit heftigen Schmerzen im Bereich des linken Unterbauches zu uns", erläutert Prim. Messenbäck, Leiter der Abteilung Chirurgie Schwarzach.

"Als Ausdruck der Erkrankung ist meist eine walzenförmige Verdickung tastbar. Mittels Ultraschall und Computertomographie lässt sich der Befund rasch bestätigen. Beim Auftreten des ersten Schubes behandeln wir konservativ, das heißt durch Antibiotika, Infusionstherapie, Nahrungskarenz und Bettruhe unter Kontrolle der Laborwerte. Damit kann innerhalb weniger Tage die Entzündung zum Abklingen gebracht werden." Nach Besserung des Krankheitsbildes erfolgt die Untersuchung des Dickdarms mittels Darmspiegelung oder -röntgen.

In seltenen Fällen brechen Eiterherde in die Bauchhöhle durch. Dann ist eine umgehende Operation angezeigt, um eine lebensbedrohende Bauchfellentzündung zu vermeiden bzw. rechtzeitig zu behandeln. Im Zuge dieses Noteingriffs muss möglicherweise über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten ein künstlicher Darmausgang angelegt werden.

Bei weiteren Erkrankungsschüben empfiehlt sich im Allgemeinen die operative Entfernung des befallenen Dickdarmabschnittes. Dieses Vorgehen ist unumgänglich, wenn zuvor abgelaufene Entzündungen eine relevante Verengung des Darmes verursachten.

Messenbäck: "Routinemäßig führen wir diese Operationen laparoskopisch in Schlüssellochtechnik durch. Für den Patienten bietet diese Art des Eingriffs den Vorteil geringer Schmerzhaftigkeit, rascher Nahrungsaufnahme nach der Operation und kürzerer Verweildauer im Krankenhaus. Über einen Bauchschnitt operieren wir nur dann, wenn schwere Verwachsungen vorliegen oder bereits andere Organe in Mitleidenschaft gezogen wurden."

Die Umstellung der Ernährung auf ballaststoffreiche Vollwertprodukte, der Verzicht auf blähende Speisen sowie reichliche Flüssigkeitszufuhr machen den Stuhl weicher, beugen daher Verstopfungen vor und tragen bei bereits vorhandenen Divertikeln zur Vermeidung von Entzündungen bei. Ausreichende körperliche Betätigung wird als Vorbeugemaßnahme ebenfalls angeraten.


WANC 09.05.05/pte
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