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Nierenpatienten: Früher Dialysebeginn senkt Sterblichkeitsrate
Nierenversagen: Patienten werden zu spät behandelt

Offensichtlich gibt es enorme Versorgungsdefizite von Nierenpatienten in Deutschland. Nur 40 Prozent der Betroffenen werden angemessen behandelt, beweist eine Studie.

Menschen mit chronischem Nierenversagen werden in Deutschland nicht rechtzeitig an die künstliche Niere (Hämodialyse) angeschlossen. Bei jedem zweiten Patienten erfolgt die erste Blutwäsche verspätet, häufig erst nach einer Notfalleinweisung ins Krankenhaus. Die langfristigen Überlebenschancen der Patienten sind dann deutlich schlechter als bei einem planmäßigem Dialyse-Beginn, schreibt Prof. Werner Riegel vom Klinikum Darmstadt in der DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift.

Das chronische Nierenversagen verläuft schleichend. Die Nierenfunktion verschlechtert sich meist langsam über viele Jahre hinweg. Ein Dialysebeginn ist deshalb vorhersehbar. Ärzte können ihn am Anstieg des Kreatinin erkennen, der bei jeder Laboruntersuchung bestimmt wird. Mit einer Formel kann daraus die Nierenleistung berechnet werden.

Die Leitlinien sehen vor, dass diese Patienten ab einer bestimmten Einschränkung regelmäßig von einen Nierenfacharzt (Nephrologe) betreut werden – was gerade einmal bei 40 Prozent der Patienten geschieht. Dies ergab eine große Qualitätsstudie in fünf Städten (Darmstadt, Dortmund, Berlin, Köln und Erlangen/Nürnberg).

Die späten Überweisungen durch den Hausarzt sind für Riegel völlig unverständlich: "Offenbar wird dem Kreatininwert vom Hausarzt zu wenig Bedeutung beigemessen". Der Patient selber bemerkt die Nierenschwäche nicht, weil sie völlig schmerzlos ist. Erst die Harnvergiftung (Urämie) führt zu Beschwerden.

Doch diese sollten durch einen frühen Dialysebeginn verhindert werden.
"Viele Hausärzte kommen ihrer Lotsenfunktion nicht nach", kritisiert Riegel seine Kollegen. Und gefährden dadurch das Leben ihrer Patienten. Riegel: "Wenn die Patienten vor der Dialyse noch nicht mindestens 17 Wochen vom Nephrologen betreut wurden, steigt die Sterberate nach einem Jahr von 5,5 Prozent auf 34,2 Prozent."

Die Versorgung der Patienten müsse dringend verbessert werden. Riegel fordert "strukturierte Behandlungspfade und Anreizsysteme" für die Hausärzte, um die Bereitschaft zur Überweisung zu erhöhen.

WANC 15.04.05
Quelle: W. Riegel et al., BENEFIT Niere - Bedeutung eines Nephrologie-Screenings für Interventionsbeginn und Therapieerfolg, Deutsche Medizinische Wochenschrift 2005; 130 (13): 792-796
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