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Wirkstoff gegen Hepatitis B aus Gen-Kartoffeln

Gentechnisch veränderte Kartoffeln enthalten enthalten einen Impfstoff, der gegen Hepatitis B wirkt. Ob er allerdings jemals zum Einsatz kommt, ist fraglich. Denn Medikamente aus eßbaren Lebensmitteln sind den Forschern zu risikant. 

Gentechnisch veränderte Kartoffel, die einen Impfstoff gegen Hepatitis B enthalten, haben die ersten Tests an Menschen erfolgreich absolviert. Entwickelt wurden diese Kartoffeln vom Team um Charles Arntzen an der Arizona State University

Ein Problem besteht allerdings darin, dass die Wissenschaftler von Impfstoffen, die in Lebensmitteln wie Bananen, Tomaten oder Kartoffeln enthalten sind, wieder Abstand halten. Früher hatten sie gehofft, dass die gentechnisch veränderten Lebensmittel eine weniger kostenintensive Alternative für ärmere Länder sein könnten.

Derzeit schätzen sie das Risiko als zu hoch ein, wenn derartige Lebensmittel versehentlich in Geschäften oder auf dem Markt verkauft werden. Die Entwicklung konzentriert sich derzeit auf Impfstoffe, die in den Blättern von Pflanzen enthalten sind, die nicht als Nahrungsmittel verkauft werden.

Arntzen erklärte, dass die Forscher in den vergangenen beiden Jahren nicht mehr mit Kartoffeln gearbeitet hätten. "Heute reden wir nicht mehr von essbaren Impfstoffen sondern von hitzebeständigen oralen Impfstoffen." Jetzt werden gemahlene Blätter allerdings wie konventionelle Medikamente in Gelatinekapseln verabreicht. Derzeit werden Versuche mit Tieren durchgeführt.

Die besten Ergebnisse konnten bisher mit Nicotiana benthamiana erzielt werden, einer Verwandten der Tabakpflanze, die in der Forschung vielfach eingesetzt wird. Als Nahrungsmittel kommt diese Pflanze laut Arntzen nicht in Frage. Die Blätter werden geerntet, gewaschen, zerkleinert und zum Haltbarmachen gefriergetrocknet. So haltbar gemacht, können die Kapseln auch bei großen Temperaturen ohne Kühlung gelagert werden. Dieser neue Ansatz gewährleistet auch, dass der Impfstoff in gleich bleibenden Dosierungen verabreicht werden kann. Ein Umstand, der sich positiv auf ihre Zulassung auswirken dürfte.

Für die Studie aßen Freiwillige fein geriebene Stücke roher Kartoffeln. Ein Teil der Gruppe erhielt Kartoffel, in denen ein wichtiges Protein des Hepatitis B enthalten war. Mehr als 60 Prozent der Teilnehmer, die drei Gaben des Impfstoffes erhalten hatten, bildeten große Mengen von zusätzlichen Antikörpern gegen das virale Protein.

Wurde der Impfstoff zwei Mal verabreicht, lag dieser Wert bei 53 Prozent. Keiner der Teilnehmer, die normale Kartoffeln aßen, bildete zusätzliche Antikörper. Alle Freiwilligen hatten zuvor eine normale Impfung gegen Hepatitis B erhalten. Das bedeutet, dass der Kartoffelimpfstoff eine bereits vorhandene Immunität weiter verstärkte. Arntzen räumte ein, dass ein Test mit zuvor nicht geimpften Personen wesentlich strenger gewesen wäre.

Eine Frage beantwortet die Studie aber nicht: Welche anderen - vielleicht unerwünschten - Wirkungen haben die Gen-Kartoffeln. Denn bisher kann noch niemand genau sagen, ob die Manipulation der Gene wirklich völlig risikolos für unseren Körper ist.

WANC 16.02.05/pte

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