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Helicobacter pylori: Gefährlicher Magenkeim
Magenkeim: Für Magenkrebs verantwortlich

Der Magenkeim Helicobacter pylori ist für die Entstehung von Magenkrebs bedeutender als bisher angenommen.

Die Entdeckung, dass ein Bakterium, das im Magen siedelt, zu den wichtigsten Ursachen von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren und von Magenkrebs zählt, hat das Verständnis dieser häufigen Alterserkrankungen in den letzten 20 Jahren geradezu revolutioniert. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist ca. die Hälfte der Weltbevölkerung infiziert.

In einer neuen Studie haben Prof. Dr. Hermann Brenner  und Mitarbeiter von der Abt. Epidemiologie am Deutschen Zentrum für Alternsforschungnun nachgewiesen, dass der Zusammenhang zwischen der Infektion und dem Auftreten von Magenkrebs sehr viel stärker ist als bisher angenommen. Bisherige Studien hatten über eine ca. 2 bis 6 fache Erhöhung des Risikos von Magenkrebs bei Vorliegen der Infektion berichtet.

In der neuen Studie wurde eine verbesserte Charakterisierung des Infektionsstatus eingesetzt. Erst dadurch wurde der Zusammenhang mit dem Magenkrebs in seinem vollen Umfang deutlich: Für die im mittleren und unteren Bereich des Magens gelegenen Krebserkrankungen, die den gößten Teil aller Magenkrebserkrankungen ausmachen, ergab sich eine Risikoerhöhung um das ca. 20 fache, bei der Infektion mit bestimmten Stämmen sogar um das ca. 30fache. Die Studie legte zugleich nahe, dass diese Art von Magenkrebs praktisch ausschließlich auf der Basis der Helicobacter Infektion entsteht.

Da Magenkrebs weltweit die zweithäufigste Krebstodesursache darstellt, haben die Ergebnisse größte Bedeutung für künftige Strategien zur Bekämpfung dieser Erkrankung, an denen derzeit fieberhaft gearbeitet wird. Auf der anderen Seite warnt Brenner vor Panikmache bei Personen, die, wie die Hälfte der Weltbevölkerung, mit Helicobacter pylori infiziert sind: In Deutschland erkrankt nur ein kleiner Teil der Betroffenen, ca. jeder Hundertste, tatsächlich an Magenkrebs. Ob eine nachträgliche Ausrottung der meist in der frühen Kindheit erworbenen Infektion das Risiko reduziert, ist zudem bislang noch unklar. Sie ist aber, ebenso wie eine verstärkte Wachsamkeit gegenüber Frühsymptomen, besonders bei Personen in Erwägung zu ziehen, bei denen weitere Risikofaktoren vorliegen. Hierzu gehören insbesondere Menschen, deren Eltern oder Geschwister an Magenkrebs erkrankt sind, und Raucher. Im Einzelfall muß das Vorgehen aber immer individuell mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, der die gesamte gesundheitliche Situation berücksichtigt.

WANC 19.09.03/idw

Universitäts- klinikum Heidelberg

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