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Welche Maßnahmen lassen Übergewichtige tatsächlich abnehmen?

Vielen Menschen mit Adipositas fällt es ungemein schwer, dauerhaft Gewicht zu reduzieren. Dabei sollen vor einiger Zeit eingeführte  chirurgische Maßnahmen nun helfen. Die Erfahrungen damit sind recht verschieden. Untersuchungen vergleichen jetzt vier unterschiedliche Methoden zur Gewichtsreduzierung.

Diese vier Methoden sind die derzeit am häufigsten verwendeten: Laparoscopic Banning (LAGB), Sleeve-Gastrektomie (Laparoskopische Banded Sleeve-Gastrektomie - LBSG), Roux-en-Y-Magenbypass und ein vom Arzt geleitetes Gewichtsmanagement-Programm.

Zum Verständnis: Unter Laparoscopic Banning versteht man das Einsetzen eines Magenbandes, womit der obere Teil des Magens verengt und damit die Geschwindigkeit der Nahrungsaufnahme begrenzt wird. Sleeve-Gastrektomie wird auch Schlauchmagenbildung genannt. Damit wird die Magengröße um etwa 10% vermindert, was die Aufnahmefähigkeit reduziert. Beim Roux-en-Y-Magenbypass (Roux-en-Y Gastric Bypass - LBRYGB) werden Teile des Darms überbrückt, wodurch nicht mehr der gesamte Darm an der Verdauung beteiligt ist. Beim Gewichtsmanagement-Programm geht es um eine intensive vom Arzt verordnete Veränderung der Ernährung und des Lebensstils, was u.a. eine Reduzierung der Kalorien- und Fettaufnahme sowie eine Erhöhung der physischen Aktivität bedeutet.

Beobachtet wurden insgesamt 8385 chirurgische behandelte Patienten (Durchschnittsalter: 46 Jahre, 65,5% Frauen, durchschnittlicher BMI 40,6), davon 3635, die sich ein Magenband hatten einsetzen lassen, 1388 mit Magenbypass und 3362 mit Schlauchmagenbildung. Sowie 25155 Patienten (Durchschnittsalter: 46 Jahre, 65,5% Frauen, durchschnittlicher BMI 40,5), die vom Arzt mit einem Gewichtsmanagement-Programm versorgt wurden.

Innerhalb der Beobachtungszeit von im Durchschnitt 4,3 Jahren gab es 105 Todesfälle, davon 61 mit Magenband, 18 mit Magenbypass sowie 26 mit Schlauchmagenbildung. Bei der Lebensstiländerung wurden 583 Todesfälle innerhalb der Beobachtungszeit von vier Jahren registriert. Damit traten mit 1,3% bei den chirurgischen Maßnahmen weniger Todesfälle auf als bei dem Gewichtsmanagement-Programm mit 2,3%. Das Todesrisiko war bei der Lebensstiländerung damit um fast das Zweifache erhöht im Vergleich mit chirurgischen Eingriffen. Das ist der Durchschnitt. Mit dem 2,65fachen war er beim Magenbypass höher, mit dem 1,6fachen für die Schlauchmagenbildung.

Die englische Medizinfachzeitschrift JAMA hat weiter Studien veröffentlich, die Gewichtsabnahme der einzelnen Maßnahmen kontrolliert. In einer in Finnland durchgeführten Studie wurde der Gewichtsverlust von 121 Patienten mit Schlauchmagenbildung und 119 mit Magenbypass verglichen. Die Beoachtungszeit betrug fünf Jahre, das Alter der Patienten lag zwischen 18 und 60 Jahren, der BMI bei allen Patienten im Durchschnitt bei 45,9. Zusätzlich zu Adipositas litten 21,1% an Typ 2 Diabetes, 34,6% an Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung) und 70,8% an Hypertonie (Bluthochdruck).

Patienten mit Schlauchmagenbildung verloren innerhalb dieser Zeit 49% ihres Gewichtes, beim Magenbypass waren es sogar 57%. Ganz oder teilweise verbesserte sich Diabetes bei 37% der Patienten mit Schlauchmagenbildung und bei 45% mit Magenbypass. 47% bzw. 29% der Patienten mit Schlauchmagenbildung konnten nach dem chirurgischen Eingriff auf eine Medikation gegen Fettstoffwechselstörung bzw. Hypertonie verzichten, beim Magenbypass waren es 60% bzw. 51%.

In einer in Taiwan und den USA durchgeführten Untersuchung wurde der Erfolg eines Magenbypasses mit einer Gewichtsmanagement verglichen. Jeweils 60 Patienten mit einem BMI von 30 bis 39,9 und einem Durchschnittsalter von 49 Jahren wurden fünf Jahre lang beobachtet. Es zeigte sich, dass der Anfangserfolg der operativen Maßnahme höher lag,  was die Senkung der Hämoglobinwerte, des Blutdruckes und des Gewichtsverlustes betraf. Doch auf die Dauer von fünf Jahren verminderte sich der Vorsprung, In Bezug auf Komplikationen machte der Magenbypass mehr Probleme, es traten viel häufiger Darmstenosen (Darmverengungen), Dünndarm-Obstruktionen (Darmverschlüsse) und Leckagen (Löcher) auf. Trotzdem sind die Wissenschaftler der Meinung, dass der chirurgische Eingriff „signifikant“ bessere Ergebnisse liefert.

In einer in der Schweiz durchgeführten Studie wurde der Effekt von Sleeve-Gastrektomie und Magenbypass verglichen. Was den Gewichtsverlust betraf, unterschieden sich die beiden Methoden kaum, lagen aber in Bezug auf den BMI der Patienten bei jeweils über 60%. Bei mehr Patienten mit Magenbypass musste die Operation erneut durchgeführt werden, dafür traten weniger häufig Probleme mit Sodbrennen auf.

23.1.2018 cs/ Quelle: JAMA

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