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Darmzellen (blau) versehen mit einer dichten Schicht von Bakterien (rot) direkt an der Darmoberfläche. Die roten Bakterien produzieren Substanzen, die in den Körper eindringen und ihn unter anderem vor Diabetes schützen. (Bild: Dr. Li Hai, UVCM, Universität Bern)
Darmzellen (blau) versehen mit einer dichten Schicht von Bakterien (rot) direkt an der Darmoberfläche. Die roten Bakterien produzieren Substanzen, die in den Körper eindringen und ihn unter anderem vor Diabetes schützen. (Bild: Dr. Li Hai, UVCM, Universität Bern)
Darmgesundheit beeinflusst Diabetes und andere Autoimmunerkrankungen

Gesundheit beginnt im Darm. Das hört sich zwar ziemlich plakativ an, ist aber gar nicht so übertrieben. Denn ein intakter Darm hat nicht nur etwas mit Verdauung zu tun, sondern erhält unsere gesamte Gesundheit in Takt. Er produziert 80% der Zellen, die für unsere körpereigene Abwehr notwendig sind. Neue Forschungsergebnisse belegen jetzt, dass die Gesundheit des Darms und damit bestimmte Bakterien im Darm das Risiko von Diabetes  und anderen Autoimmunerkrankungen beeinflussen.

Was sich in unserem Darm abspielt, ist beeindruckend. Dort haben sich 100 Billionen Bakterien angesiedelt, das sind 10mal mehr als wir Zellen im Körper haben. Diese Bakterien verrichten wichtige Jobs: Sie verdauen Nahrung und stellen dabei Energie und Vitamine her. Allerdings finden sich im Darm nicht nur gute Bakterien sondern leider auch schlechte, beispielsweise solche, die Infektionen verursachen. Wenn alles gesund abläuft, dann können die guten die schlechten Bakterien kontrollieren. Wenn das aber nicht gelingt, dann können Entzündungen auftreten. Auch solche, die den Darm direkt betreffen, wie das bei der entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn der Fall ist.

Darmbakterien sind auch am Werk, wenn es um Immunzellen geht, die insulinproduzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreifen und beschädigen. Auf diese Weise kann Diabetes Typ 1 entstehen. Wissenschaftler aus Toronto und Bern haben nun entdeckt, dass die guten Darmbakterien diese Entwicklung aufhalten können. Gibt es genügend davon, dann können sie Produktion von Hormonen anregen, die die Bauchspeicheldrüse schützen und damit das Entstehen von Diabetes stoppen. Derartige Darmbakterien sollen als Therapie genutzt werden, indem man mit ihnen den Darm besiedelt.

Bei dem von den Darmbakterien produzierten Hormon handelt es sich im übrigen um das männliche Sexualhormon Testosteron. Die Wissenschaftler nehmen nun an, dass dieser Mechanismus möglicherweise auch bei anderen Autoimmunerkrankungen funktioniert. Dann könnte über die Darmflora der Ausbruch von Krankheiten wie Gelenkrheumatismus und Multiple Sklerose verzögert oder sogar verhindert werden.

Berliner Ärzteblatt 21.01.2013/ Quelle: Science Express, SCIENCE

Weitere Informationen:
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