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Übergewicht: Welchen Einfluss die Darmflora hat

Der menschliche Darm ist ein Wunderwerk. Er ist etwa acht Meter lang und besitzt ein Gesamtfläche von 400 bis 500 Quadratmetern. Er wird besiedelt von 10 bis 100 Billionen Bakterien besiedelt. Davon gibt es im Darm 36.000 verschiedene Arten, die sich in ihrer Gesamtheit Darmmikrobiota nennen. Der Darm spielt für unsere Gesundheit eine ganz entscheidende Bedeutung, aber ebenso bei der Entstehung von Erkrankungen, z.B. bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Allergien. Mittlerweile hat die Wissenschaft auch einen Zusammenhang zwischen der Darmmikrobiota und Adipositas hergestellt.

Dass die Darmmikrobiota das Gewicht beeinflusst und eine veränderte Darmflora sogar zu Adipositas führen kann, haben mittlerweile mehrere Studien untersucht. Wissenschaftler sagen, dass dieser Zusammenhang erklären könnte, warum manche Menschen trotz konsequenter Ernährungsumstellung und Sporttherapie Schwierigkeiten haben, ihr Gewicht zu reduzieren. Die Begründung dafür meinen Ärzte in einer der Aufgaben der Darmmikrobiota selbst zu finden. So ist sie verantwortlich für den Abbau und die Verdauung von Ballaststoffen in kurzkettige Fettsäuren (SCFA). Der Mensch nimmt diese auf und erhält daraus 5-10% des täglichen Energiebedarfs.

Nun haben Wissenschaftler bei Mäusen heraus gefunden, dass dünne Mäuse mehr kurzkettige Fettsäuren produzieren und mehr pflanzliche Ballaststoffe verdauen als stark übergewichtige Mäuse. Sie folgern daraus, dass SCFA zwar Energie liefern, sie aber vor allem das Ansammeln von Fettgewebe verhindern und das Sattheitsgefühl durch die Produktion entsprechender Hormone fördern. Kürzlich erschienene Studien belegen nun, dass sich die bakterielle Zusammensetzung der Darmmikrobiota von schlanken und adipösen Menschen unterscheidet.

Bei Übergewichtigen findet sich beispielsweise vermehrt die Bakterienart Firmicutes, die Bakterienart Bacteroides jedoch vermindert in der Darmmikrobiota. Eine im August 2013 in Nature veröffentlichte Studie (Nature. 2013 Aug 29;500(7464):541-6. doi: 10.1038/nature12506) die Darmmikrobiota von 123 schlanken und 169 adipösen Probanden untersucht. Die Darmflora der schlanken Personen beherbergte eine größere Bakterienvielfalt. Diese größere Vielfalt könnte das Risiko für eine Adipositas bei diesen Menschen vermindern. Grundsätzlich überraschte die Wissenschaftler die sehr unterschiedliche Zusammensetzung der Darmmikrobiota der einzelnen Personen.

Eine andere Untersuchung fand heraus, dass Diäten, die reich an Tierprotein und gesättigten Fettsäuren sind, die Anzahl der Bacteroides ansteigen lassen. Dagegen sind bei Afrikanern, die sich im Vergleich zu Europäern mit vielen Ballaststoffen ernähren, die Bacteroide–Menge reduziert.

Mittlerweile haben Ärzte überlegt, ob man die Darmmikrobiota von Adipösen so verändern muss, dass sie derer einer  schlanken Personen ähnlicher wird. Das ließe sich durch die Übertragung der Darmmikrobiota von schlanken zu adipösen Probanden, durch eine so genannte Stuhltransplantation, erreichen. Probiert haben die Wissenschaftler das bei Mäusen. Da sorgte die Transplantation der Darmmikrobiota von schlanken oder adipösen Mäusen dafür, dass die einen Mäuse schlank blieben, während die Mäuse, die die Darmmikrobiota der adipösen Kollegen erhielten, eine Fettsucht entwickelten. Beim Menschen wurde das bisher noch nicht durchgeführt.

Berliner Ärzteblatt 18.03.2014/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Mukosale Immunologie und Mikrobiom e.V.

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