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Ballaststoffe gegen Entzündungen des Darms

Ballaststoffarme Kost führt bei über der Hälfte aller Menschen in Deutschland im Verlauf ihres Lebens zu Ausstülpungen im Dickdarm. Medizinisch nennen die sich Divertikel. Wenn sie sich entzünden, kommt es zu einer äußerst schmerzhaften Divertikulitis. Dagegen hilft nur eine Antibiotikabehandlung oder sogar eine Operation. Doch die richtige Ernährung kann dem vorbeugen.

Was ballaststoffarme Ernährung bedeutet, beschreibt Prof. Wolfgang Kruis, Chefarzt am Evangelischen Krankenhaus Kalk in Köln.  Die Kot ist vermindert und hart, deshalb wird der Stuhlgang zu Schwerstarbeit. Mit der Zeit bilden sich im Mastdarms einzelne Divertikel. Dieses bleibt lange Zeit unbemerkt. Wenn sich die Ausstülpungen aber entzünden, also Divertikulitis entsteht, treten Beschwerden auf.

Ärzte setzen bei solchen Beschwerden häufig Antibiotika ein. Damit sollen Darmbakterien abgetötet werden, um die Abheilung zu fördern. Laut Kruis zeigen jedoch Untersuchungen, dass Antibiotika bei milden unkomplizierten Verläufen wahrscheinlich keine Vorteile bringen. Derzeit werde untersucht, ob die Patienten im Krankheitsschub mit 5-Aminosalicylsäure, Mesalazin, besser geholfen werden kann. Erste Studienergebnisse deuten daraufhin, dass das Mittel im akuten Schub die Schmerzen lindert. Dieses Medikament wird seit längerem beim Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa eingesetzt.

Doch Kruis empfiehlt, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Denn durch eine ballaststoffreiche Kost könne man Divertikeln vorgebeugen. Dass eine vernünftigte Ernährung tatsächlich effektiv ist, belegt ein Blick auf Vegetarier. Die erkranken einer aktuellen Studie zufolge zu 30% seltener an einer Divertikulose.

Bei einer derartigen Ernährung sollte man tierische Lebensmittel, dazu zählen neben Fleisch und Wurst auch Milch und Eier, meiden, weil sie gar keine Ballaststoffe enthalten. Das gilt ebenso für Weißbrot, Teigwaren, Kekse und leichte Gemüsesorten wie Tomaten oder Gurken.
Vorzuziehen sind dagegen Ballaststoffe. Das sind Pflanzenfasern, die der menschliche Darm nicht verdauen kann und die deshalb mit dem Kot ausgeschieden werden. Ballaststoffreich sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Getreideflocken, Naturreis sowie frisches Obst und Gemüse. Dass Nüsse für Divertikel verantwortlich sein könnten, haben neuere Studie im übrigen widerlegt. Bei einer Untersuchung von 47.000 US-Bürgern, erkrankten Patienten mit Divertikulose, die viele Nüsse, Körner oder Samen aßen, nicht häufiger, sondern seltener an Komplikationen.

Wichtig auch: Patienten mit der Divertikelkrankheit müssen unbedingt abspecken. Ballaststoffarme Kost ist meist sehr kalorienreich und lässt deshalb die Fettringe wachsen. Doch insbesondere die Fetteinlagerungen im Bauchbereich erhöhen die Gefahr, dass sich im Körper - und damit auch im Darm - Entzündungen bilden. Kruis weiß,  dass übergewichtige Menschen anfälliger für Komplikationen von Darmdivertikeln sind.

Berliner Ärzteblatt 23.08.2013/ Quelle: DMW 2013

Divertikulose: Nicht immer harmlos

 
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