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Gicht: Patienten haben oft auch Bluthochdruck

Patienten, die unter Gicht leiden, haben häufig auch Bluthochdruck. Denn Gicht erhöht das Risiko für eine Hypertonie. Rheumatologen raten Gichtpatienten dazu, darauf zu achten, welche blutdrucksenkenden Medikamente sie verschrieben bekommen. Denn viele dieser Medikamente können das Gichtrisiko steigern.

„Gichtpatienten mit Bluthochdruck ist insbesondere von blutdrucksenkenden Medikamenten der Klasse Diuretika abzuraten, da diese das Risiko für akute Gichtanfälle besonders stark erhöhen", warnt Prof. Dr. Klaus Krüger, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) und praktizierender Rheumatologe im Münchener Praxiszentrum St. Bonifatius. Eine Untersuchung in England mit knapp 25.000 Gichtpatienten im Alter von 20-79 Jahren und 50.000 Vergleichspersonen aus britischen Allgemeinarztpraxen hat gezeigt, dass sich unter Diuretika das Gichtrisiko um das 2,36-fache erhöhte. Bei Blutdrucksenkern der Klasse Betablocker stieg es um 48%, bei ACE-Hemmern um 24% und bei AT1-Blockern um 29%.

Laut Krüger sind für Gichtpatienten mit Bluthochdruck blutdrucksenkende Medikamente der Klasse Kalziumantagonisten oder der AT1-Blocker Losartan besser geeignet. Der positive Nebeneffekt von Kalziumantagonisten ist vermutlich auf eine gesteigerte Filterfunktion der Niere und damit eine vermehrte Ausscheidung von Harnsäure zurückzuführen - und der von Losartan auf einen verbesserten Harnsäure-Abtransport. Demgegenüber scheinen Diuretika die Rückresorption von Harnsäure in den Nierenkanälchen zu erhöhen, was zu einem raschen Harnsäureanstieg  führen kann. Erhöhte Harnsäure-Spiegel im Blut sind Ursache der Gicht: Bei zuviel Harnsäure bilden sich Harnsäurekristalle, die sich in den Gelenken ablagern und dort rheumatische Beschwerden wie Entzündungen, Schwellungen und starke Schmerzen hervorrufen.

wanc 15.03.2012/ Quelle: BMJ 2012; 344 doi: 10.1136/bmj.d8190

 
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