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Glutenfreie Ernährung: Nicht automatisch gesundheitsfördernd

Viele Menschen verzichten auf Lebensmittel mit Gluten, nicht etwa, weil sie unter Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leiden. Sondern weil sie glauben, das das ihrer Gesundheit gut tut. Doch mittlerweile zweifeln viele Ernährungswissenschaftler daran, dass das der Fall ist. Im Gegenteil: In einer Studie reagierten Menschen ohne allergische -, Zöliakie- oder einer anderen entzündlichen Darmerkrankung auf glutenfreie Lebensmittel eher negativ.

Die Tatsache, dass vermehrt Menschen schon beim Verdacht einer Glutenempfindlichkeit und ohne eine diagnostizierte Erkrankung wie Zöliakie, Weizenallergie, Laktoseintoleranz oder entzündliche Darm­er­krank­ung auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten, hat norwegische Ernährungswissenschaftler zu einer Untersuchung veranlasst. Sie unterzogen 20 Personen im Alter zwischen 21 und 62 Jahren, die sich seit mindestens sechs Wochen glutenfrei ernährten, einer bestimmten Diät. Die Testpersonen erhielten in Testphase jeweils vier Tage lang entweder zwei Muffins  pro Tag mit Gluten (insgesamt 11 Gramm Gluten) oder ohne Gluten. Danach folgten jeweils drei Tage ohne Muffins. Die glutenhaltige bzw. glutenfreie Phase wurde jeweils zweimal in unterschiedlicher Reihenfolge wiederholt.

Bei der Ermittlung der Symptome durch die unterschiedliche Ernährung stellte sich heraus, dass die meisten nach dem Verzehr der glutenfreien Muffins stärkere Nebenwirkungen wie Übelkeit, Blähungen, Magenschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit verspürten. Daraus schließen Ärzte, dass Gluten offenbar nicht der Grund für mögliche Gesundheitsprobleme ist.

Inzwischen mehren sich sogar die mahnenden Stimmen, die glutenfreie Lebensmittel nicht immer für die gesündere Ernährungsvariante halten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont, dass „das Weglassen des Lebensmittels mit krankheitsauslösenden Inhaltsstoffen die einzig sinnvolle Therapie“ bei einer Unverträglichkeit ist.

Aber: „Ein freiwilliger Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel bedeutet nicht automatisch eine gesundheitsfördernde Ernährung – so wie glutenfreie Lebensmittel teilweise beworben werden. Die Lebensmittel unterscheiden sich nicht nur in Geschmack und Preis. Durch das Weglassen des Glutens und Ausweichen auf andere Inhaltsstoffe bzw. Lebensmittel kommt es zu Veränderungen der Energie- und Nährstoffzufuhr. Diese sind nicht immer zugunsten des Verbrauchers. Einige glutenfreie Lebensmittel haben einen vergleichsweise höheren Fettgehalt, während der Anteil an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen geringer ist. Werden Weizen und andere glutenhaltige Getreidearten wie Dinkel, Grünkern, Roggen, Hafer und Gerste langfristig vom Speiseplan gestrichen, kann es zu einer geringeren Zufuhr an Ballaststoffen, B-Vitaminen, Magnesium, Zink und Eisen kommen. Beim Verzicht auf Vollkornprodukte bleiben die präventiven Effekte hinsichtlich der Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten und bestimmten Krebskrankheiten ungenutzt.“

26.3.2018 cs / Quelle: Neurogastroenterology & Motility 2018

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