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Darmbakterien entscheiden über Gewicht

Welche Darmbakterien man im Körper hat, kann anscheinend darüber entscheiden, ob man ein normales Gewicht hat oder sich mit Übergewicht herum plagt. Welches von drei möglichen Besiedlungsmustern des Darmes anzutreffen ist, ist dafür verantwortlich, wie Nahrung verwertet wird und wie gut der Stoffwechsel funktioniert. Eine Magen-Bypass-Operation, bei dem der Magen sehr verkleinert wird, scheint auf die im Darm vorhandenen Bakterien Einfluss zu nehmen. Doch ob das langfristig gut ist, wissen die Ärzte noch nicht.

Ob ein Mensch dick oder normalgewichtig ist, entscheidet sich auch im Darm. Denn im Darm befinden sich Mikroorganismen, Bakterien, die für die Verwertung der Nahrung  sorgen. Obwohl es zwischen 200 und 300 verschiedener Bakterienarten gibt, die in einer Gesamtzahl von 10 bis 100 Billionen die Darmflora besiedeln, sind es drei verschiedene Muster, die das Gewicht maßgeblich beeinflussen. Diese drei Besiedlungsmuster werden von Experten in Bacteroides, Prevotella oder Ruminococcus unterschieden. Beim Bacteroides-Typ werden aus dem Nahrungsbrei große Mengen Kohlehydrate für den weiteren Stoffwechsel verfügbar gemacht. Ein Mensch dieses Typs neigt eher zur Fettleibigkeit. Die beiden anderen Typen hingegen scheiden mehr unverdauten Zucker aus. Ihre Wirte bleiben eher schlank.

Menschen mit Diabetes Typ 2 und krankhafter Fettleibigkeit, BMI über 40, gehören nach Untersuchungen von Prof. Dr. Stefan R. Bornstein, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, vorwiegend dem Bacteroides-Typm an. Diese Patienten erhielten eine Magen-Bypass-Operation (medizinisch Roux-en-Y-Magenbypass), weil diese Operation oft die letzte Chance ist, Stoffwechselstörungen und Fettleibigkeit in den Griff zu bekommen. Drei Monate nach der Operation hatte sich die Darmflora dieser Patienten verändert. Die Folge: Stoffwechsel und Blutzuckerwerte hatten sich verbessert.

Ein Ergebnis, das Patienten mit Diabetes und Fettleibigkeit erst einmal erfreuen dürfte. Doch ob die Erkenntnisse auch langfristig erfreulich bleiben, da bleibt Bornstein vorsichtig. Denn der Austausch der Keime habe auch dazu geführt, dass neue Bakterien hinzugekommen sind, die "möglicherweise Impulsgeber für neue Krankheiten" sein könnten. Das müsse erst noch erforscht werden.

Professor Dr. Stefan R. Bornstein, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, hat erforscht, wie sich die Darmflora bei Menschen nach Magen-Bypass-Operationen verändert.

Berliner Ärzteblatt 13.11.2012/ Quelle:Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

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