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Therapie von Schilddrüsenknoten: Neue Verfahren, wenig Erfahrung

Die Behandlung von Schilddrüsenknoten muss nicht unbedingt operativ erfolgen. Mittlerweile existieren neue Therapieverfahren, die ohne chirurgischen Eingriff auskommen. Doch Studien, die den Erfolg der Methoden belegen, gibt es bisher kaum. Die wenigen, die es gibt, sprechen allerdings von Vorteilen.

Erkrankungen der Schilddrüse sollen in Zukunft zunehmen. Denn, so die Warnung verschiedener Organisationen, die Versorgungssituation mit Jod verschlechtert sich wieder. Jod ist wichtig, weil dieser Nährstoff für den körpereigenen Aufbau von Schilddrüsenhormonen benötigt wird. Jodmangel führt, wenn er lange dauert, zu krankhaften Veränderungen und Vergrößerungen der Schilddrüse. Warum wir uns mal wieder einer kritischen Jodversorgungs-Situation nähern, führen Ernährungsexperten auf einen reduzierten Salzkonsum, dem Speisesalz ist meist Jod zugegeben, und auf einen mangelnden Jodgehalt von importierten Lebensmittelprodukten zurück.

Allerdings ist nicht wirklich so klar, ob uns allen wirklich Jod fehlt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat festgestellt, dass die durchschnittliche Jodversorgung der Kinder und Jugendlichen sowie der Erwachsenen "gemäß allgemeiner Kriterien der Weltgesundheitsorganisation im unteren optimalen Bereich liegt". Und das BfR weist darauf hin, dass "nach Kriterien der Weltgesundheitsorganisation heute kein Jodmangel mehr" herrsche. Erstaunlich ist, dass in anderen Quellen "die Menschen nach Auffassung vieler Ernährungswissenschaftler, der Weltgesundheitsorganisation WHO, des Arbeitskreises Jodmangel und auch der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu wenig mit diesem Spurenelement versorgt" sind. Es gibt nicht wenige, die vor der Überversorgung mit Jod warnen.

Vergrößert sich wegen eines Jodmangels die Schilddrüse durch Knoten, kann sich das für die Betroffenen sehr unangenehm auswirken, warnt das Universitäts-Klinikum Frankfurt. Es entstehen unangenehme Druckgefühle, Heiserkeit und Räusperzwang. Der eine Weg ist die Operation. Mittels Ultraschall des Schilddrüsenknotens lässt sich heraus finden, wie schnell ein Schilddrüsenknoten operiert werden muss. Weil bösartige Veränderungen der Schilddrüse anders als gutartige auf die Schallwellen reagieren, kann man auch den Zustand des Knotens beurteilen.

Der andere Weg ist einmal die Behandlung mittels hochfrequentem Ultraschall oder Mikrowellen. Der Ultraschall zerstört hierbei gezielt das Gewebe des Knotens. Die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin sagt, dass erste Erfahrungen bei der Anwendung dieses Verfahrens in der Schilddrüsenknotentherapie "sehr vielversprechend" sind. Bisher hätte es bereits gute Erfahrungen bei der Anwendung dieser Technik im Bereich des „Zerstörens“ gutartiger Veränderungen der weiblichen Brust (sogenannter Fibroadenome) gegeben.

Eine weitere alternative Behandlung funktioniert mit Mikrowellen (Mikrowellenablation) und werde bisher vor allem erfolgreich in der Therapie von Lebertumoren eingesetzt. Die Gesellschaft meint, dass dieses Verfahren aber auch bei der Behandlung von Schilddrüsenknoten "große Heilungschancen" biete. Kleine bis mittelgroße Nadeln oder Sonden werden direkt in die knotige Veränderung eingebracht, welche das „kranke Gewebe“ erhitzen und damit zerstören.

Wie erfolgreich diese Methoden tatsächlich sind, ist bislang aber kaum belegt. Noch gibt es nach Untersuchungen des Wiener Ludwig Boltzmann Institutes kaum Studien, die an einer namhaften Zahl von Patienten die Verfahren beobachtet hat. Das Institut kam zu dem Ergebnis, dass die Evidenz kaum gegeben, ein Vergleich mit anderen Therapien und eine Bewertung deshalb  nicht möglich sei. Bei der ind den vorliegenden Studien ausgewiesenen Wirksamkeit findet das Institut allerdings eine "signifikante Verbesserung der Symptome und des kosmetischen Erscheinungsbildes".

Berliner Ärzteblatt 24.03.2014/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin

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