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Dauerstress schlägt auf Magen und Darm

Ist Ihnen etwas auf den Magen geschlagen? Oder müssen Sie eine Botschaft erst einmal verdauen? Diese Redewendungen belegen, dass die Psyche mit Magen und Darm irgendetwas zu tun haben muss. Dass Stress nicht nur die Seele krank machen, sondern auch Magen- und Darm-Beschwerden verursachen oder verstärken kann, belegen nun Studien.

Dr. med. Viola Andresen, Oberärztin der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg, weiß, dass akuter Stress verschiedene Funktionen im Verdauungstrakt beeinflusst: „Dazu zählen die Sekretion der Magensäure, Bewegungen des Darmes und verschiedene Immunparameter“. Selbst Menschen, die an sich gesund sind, erleben dann unangenehme Beschwerden. Stress löst bei manchen Bauchschmerzen aus, andere bekommen plötzlich Durchfall und wiederum andere klagen über Sodbrennen.

Stress ist auch an der Entstehung von Magengeschwüren beteiligt. Auslöser der meisten Magengeschwüre ist zwar eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Doch eine Erklärung für die Krankheit ist das laut Andresen noch nicht. Denn nur etwa 10% bis 20% derjenigen, bei denen sich der Keim im Magen angesiedelt hat, entwickeln ein Geschwür. Die meisten bleiben trotz des Darmkeims gesund, in einigen Fällen trete die Krankheit auch ohne Helicobacter-Infektion auf, betont Andresen.

Jetzt haben japanische Wissenschaftler nachgewiesen, dass Stress tatsächlich Magengeschwüre auslösen kann. So hat sich die Häufigkeit von „peptischen Ulzera“ nach dem großen Erdbeben in Japan im März 2011 um den Faktor 1,5 erhöht. Dabei stieg vor allem der Anteil der Magengeschwüre deutlich an, die nicht durch Helicobacter oder die Einnahme entzündungshemmender Medikamente verursacht worden war. Vor dem Erdbeben lag der Anteil dieser Entstehungsart von Magengeschwüren bei 13%, danach waren es 24%.



„Bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, bei der Refluxkrankheit und auch beim Reizdarmsyndrom spricht vieles dafür, dass Stress bei vielen Betroffenen die Symptome verschlimmern kann“, erklärt Andresen. Wer unter dem  Reizdarmsyndrom leidet, leidet unter chronischen Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfällen. Die Krankheit werde durch Stress zwar nicht ausgelöst, unterstreicht Andresen, aber in ihrer Symptomatik verstärk. Stress störe die körpereigene Abwehr des Darms, das Nervensystem im Darm sowie die Kommunikation zwischen Darm- und Gehirn-Nervensystem.


Berliner Ärzteblatt 19.04.2013/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)

Wenn Stress die Verdauung blockiert

Helicobacter pylori: Kleiner Keim keineswegs harmlos

Reizmagen: Stress vermeiden, leicht essen

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Wenn der Darm die Psyche quält

Chronischer Stress macht krank

 
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