Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Darmträgheit ist gar nicht so selten, aber wenn das Problem dauerhaft anhält, sollte man reagieren (Foto: DAK/Wigger)
Darmträgheit ist gar nicht so selten, aber wenn das Problem dauerhaft anhält, sollte man reagieren (Foto: DAK/Wigger)
Was tun gegen eine Verstopfung?

Wenn es mal mit der Verdauung nicht so richtig klappt, dann ist das in der Regel nicht so schlimm. Eine gelegentliche Darmträgheit, z. B. auf Reisen oder an Festtagen und gleichzeitig wenig Bewegung hält meist nur wenige Tage an und danach geht alles wieder „seinen Gang“, beruhigen Ernährungsexperten. Aber was ist zu tun, wenn dieser Zustand häufiger vorkommt oder einen dauerhaft belastet, wenn es sich also um eine sogenannte chronische Verstopfung handelt? Meist kann eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten helfen.

In Deutschland leiden etwa 10 bis 15 % der Erwachsenen unter einer chronischen Verstopfung, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Das zeigt: Verdauungsprobleme sind gar nicht so selten. Die Ursachen dafür sind beispielsweise in dauerhaftem Stress, einer ballaststoffarmen Ernährung und mangelnder Bewegung, aber auch in Krankheiten, wie z. B. Diabetes mellitus, oder Arzneimitteln, die Einfluss auf das Nervensystem haben, zu finden.

Häufig können Änderungen des Lebensstils die Situation verbessern helfen, wenn Krankheiten oder Arzneimittel als Gründe ausgeschlossen werden konnten. Die drei wichtigsten Maßnahmen: eine ballaststoffreiche Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie regelmäßige Bewegung. Mehr Ballaststoffe bekommt der Körper durch Getreideprodukte aus Vollkorn wie Vollkornbrot, Getreideflocken, Vollkornnudeln und Naturreis sowie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Mindestens 30 g Ballaststoffe sollte man täglich zu sich nehmen, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Dabei können die faserartigen Verbindungen mehr als "nur" den Stuhlgang fördern, als gute Sattmacher senken sie auch das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck sowie koronare Herzkrankheiten.

Ernährungsexperten empfehlen eine schrittweise Erhöhung der Ballaststoffe, weil das besser bekömmlich ist. Außerdem sollte man rund 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag trinken, nicht allein deshalb, damit die Ballaststoffe ihre Wirkung voll entfalten können. Laut DGE sollte diese Menge gleichmäßig über den Tag verteilt werden. Die Gesellschaft bezeichnet Wasser als "das beste Getränk, weil es den Durst löscht, ohne Energie zu liefern". Wer zu Verstopfung neige, könne ausprobieren, ob durch Wasser mit Kohlensäure der Darm angeregt wird. Menschen mit empfindlichem Magen oder einer Neigung zu Blähungen und Bauchschmerzen sollten besser kohlensäurearme oder -freie Getränke wählen.

Bringen mehr Ballaststoffe und Bewegung sowie regelmäßige Flüssigkeitszufuhr innerhalb von etwa vier Wochen keine Verbesserung, empfiehlt die DGE zusätzlich Ballaststoffpräparate in Form von Flohsamenschalen und Weizenkleie nach vorheriger Konsultation des Arztes. Die Gefahr: Bei bestimmten Krankheiten des Enddarms können Ballaststoffe eher schaden als nutzen. Außerdem: Manche Menschen vertragen lösliche Ballaststoffe besser als unlösliche. Weizenkleie enthält vorwiegend unlösliche Ballaststoffe, die zu vermehrter Gasbildung und Blähungen führen können. Flohsamenschalen (Psyllium) sind dagegen lösliche Ballaststoffe.

Und wenn auch das nichts hilft? Dann muss der Arzt das Problem genauer diagnostizieren. Meist werden dann Abführmittel wie Glycerin, Magnesiumsulfat, Magrocol, Natriumpicosulfat und Bisacodyl (sog. „Laxanzien“) eingesetzt. Sie sorgen dafür, dass der Stuhl flüssiger und fülliger und so der Darm angeregt wird. Alternativen hierzu sind osmotisch (http://www.pflegewiki.de/wiki/Abführmittel) wirksame Zucker wie Lactose und Lactulose oder  Zuckeralkohole wie Sorbit, die jedoch oft Nebenwirkungen wie Blähungen verursachen. Erreichen diese Abführmittel keine Verbesserung der  Verstopfung oder werden sie schlecht vertragen, wird der Arzt im nächsten Schritt verschreibungspflichtige Arzneimittel (z.B. die Wirkstoffe Prucaloprid, Mebeverin, Linaclotid oder Macrogol 3350 + Natriumchlorid + Natriumhydrogencarbonat + Kaliumchlorid) verwenden.

Berliner Ärzteblatt 30.12.2014/ Quelle: DGE intern 08/2014

Dauerstress schlägt auf Magen und Darm

Verstopfung: Den Darm in Bewegung bringen

Die Verdauung auf Trab bringen

Ballaststoffe: Warum sie so wichtig sind

 
Seite versenden  
Seite drucken