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Arthrose im Knie: sehr gut bis befriedigend bewerteten bis zu 75 Prozent der Orthokin-Patienten die Therapie (Foto: DAK/Schläger)
Arthrose: Körpereigenes Protein lindert Schmerz

Patienten mit Arthrose im Kniegelenk können neue Hoffnung schöpfen. Die sogenannte Orthokin-Therapie, bei der ein aus dem eigenen Blut gewonnenes Protein in das kranke Gelenk gespritzt wird, erreicht eine Verbesserung der Schmerzen um bis zu 50%.

An der Studie haben rund 400 Patienten mit chronischem Knieschmerz aufgrund von Arthrose teilgenommen, die in drei Versuchsarme zugeteilt (Orthokin, Hyaluronsäure und Placebo) eingeteilt wurden. Die Therapie umfasste in allen Gruppen sechs Sitzungen. Nach jeweils sechs Wochen, drei und sechs Monaten wurden die Patienten nachuntersucht und befragt.

Auf der Visuellen Analogskala (0=kein Schmerz - 100=stärkster vorstellbarer Schmerz) lag die durchschnittliche Schmerzintensität bei der Erstuntersuchung bei 70. Sechs Monate nach der Behandlung zeigten sich deutliche Unterschiede: Die Orthokingruppe gab eine über 50-prozentige Schmerzbesserung an, während in der Hyaluronsäure- und Placebogruppe nur eine 25-prozentige Schmerzbesserung festgestellt wurden.

Im WOMAC-Score (Beurteilung von Schmerzen, Gelenksteifigkeit und Gelenkfunktion) zeigte sich in der Orthokingruppe ebenfalls eine Besserung der Symptome um über 50 Prozent. In den Vergleichsgruppen wurden nur 20 Prozent erzielt.

Zudem benoteten die Patienten ihre Therapie: Als sehr gut bis befriedigend bewerteten bis zu 75 Prozent der Orthokin-Patienten die Therapie. Hingegen vergaben nur 40 Prozent das positive Urteil bei Hyaluronsäure und Placebo. Neben der Wirksamkeit wurde in der Studie die Sicherheit der Therapien auf den Prüfstand gestellt. Insgesamt traten nur bei einem geringen Anteil von Patienten milde lokale Nebenwirkungen auf. Am niedrigsten waren diese in der Orthokingruppe.
"Insgesamt zeigte sich eine signifikant überlegene Wirkung der Orthokintherapie bei Kniegelenkarthrose im Vergleich zur Injektion von Hyaluronsäure und Placebo", fasste Studienleiter Dr. Axel Baltzer, niedergelassen im Zentrum für Molekulare Orthopädie/ Gemeinschaftspraxis Königsallee (Düsseldorf), die Ergebnisse zusammen. Bei der Behandlung mit dem körpereigenen Serum zeigten sich eine Erfolgsquote von 70 Prozent und die höchste Therapiezufriedenheit. An keinem Zeitpunkt zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen der Behandlung mit Hyaluronsäure und Placebo.
Hintergrund:
Die von dem Orthopäden Prof. Dr. Peter Wehling und dem Molekularbiologen Dr. Julio Reinecke in Düsseldorf entwickelte Orthokintherapie basiert auf Erkenntnissen über die biologischen Mechanismen der Arthroseentstehung. Bei diesem Verfahren wird das Schutzprotein Interleukin-1-Rezeptorantagonist aus Patientenblut gewonnen und injiziert. Bekannt ist, dass das Protein Interleukin-1 (IL-1) einen wesentlichen Faktor bei der Entstehung von Arthrose und dem Abbau von Knorpel spielt. Als Arthrosetherapie eignet sich deshalb der natürliche Gegenspieler Interleukin-1-Rezeptorantagonist (IL-1Ra). Denn IL-1Ra wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und knorpelschützend, da es hemmend in den Knorpelabbau eingreift.

WANC 01.06.05
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