Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Rheuma: Konditionstraining statt Schonen

Bewegung hilft gesund bleiben und werden. Das gilt auch für Rheumatiker. Bisher hieß es aber, dass bei Rheuma schonende Gymnastik angesagt ist. Inzwischen glauben Wissenschaftler, dass mehr auch mehr helfen kann -also ein anspruchsvolles Sportprogramm mehr für die Bewegungsfähigkeit tut.

Durch ein Konditionstraining können Rheumakranke ihre Leistungsfähigkeit stärker verbessern als bei einer Standardrehabilitation. Das zeigen erste Ergebnisse einer kontrollierten Studie mit 402 Patienten. Die Rehabilitationsmedizin an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie zwei Rehabilitationskliniken entwickelten ein Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining "KAKo", kombiniert mit einem Motivationstraining.

Dabei kann man sich auch auf Erkenntnisse niederländischer Forscher stützen: Diese hatten 2003für eine zweijährige ambulante Trainingszeit festgestellt, dass sich „regelmäßige intensive Bewegungs- und Sportaktivitäten positiv auf die körperliche und psychische Verfassung der Patienten auswirken." Es kam auch nicht zu Gelenkschäden oder vermehrten Krankheitsschüben.

Die konventionelle Empfehlung bei Rheuma sind schonende Gymnastik und physikalische Anwendungen. Die Arbeitsgruppe um Institutsleiter Prof. Dr. Wilfried Mau verordnete den Rehabilitanden dagegen ein anspruchsvolles Sportprogramm: Dreimal wöchentlich traten sie zuerst für 30 Minuten auf dem Ergometer in die Pedale. Danach durchliefen sie zusammen ein halbstündiges Zirkeltraining mit Kraft- und Koordinationsübungen. Zum Abschluss folgten Spiele wie Federball oder Softball. Die Altersspanne der Patienten reichte von 18 bis 60, wobei das Durchschnittsalter bei 48 Jahren lag.



Das Sportprogramm kam bei den zumeist an chronischer Polyarthritis (Gelenkrheuma) sowie an Spondyloarthritis (Wirbelsäulenrheuma) leidenden Patienten gut an. „Etwa 80 Prozent der Teilnehmer fanden die Behandlung 'gerade richtig' und etliche sogar 'noch zu wenig'", berichtete das Projektteam.

Die Ergebnisse am Ende des stationären Aufenthalts, dem zweiten von fünf Messzeitpunkten, belegten, dass die Teilnehmer wesentlich mehr für ihre körperliche Funktionsfähigkeit und ihr seelisches Wohlbefinden erreichten als die entsprechende Kontrollgruppe. Gemessen wurde dies unter anderem mit dem SF-36 Health Survey, der acht Dimensionen der subjektiven Gesundheit und zwei Summenscores erfasst. 



Bewegungspläne für den Alltag 
Um die Effekte möglichst nachhaltig zu sichern, erhielten die Teilnehmer außerdem eine handlungsorientierte Motivationsschulung: Dabei planen die Betroffenen konkret, welche Aktivitäten sie wann und wo zu Hause fortführen wollen. Auch werden im Voraus Strategien gegen mögliche Hinderungsgründe entworfen. Diese Methoden haben sich anderweitig bereits bewährt, um die willentliche Verhaltenssteuerung ("Volition") zu stützen und so das typische Handlungsloch, das oft zwischen gutem Vorsatz und Praxis klafft, zu überwinden.

WANC 06.04.10, Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Medizinische Fakultät
Institut für Rehabilitationsmedizin, 19. Rehawissenschaftliches Kolloquium

Woran erkenne ich, dass ich Rheuma habe?

Woher kommt entzündliches Rheuma?

Ist Wärme oder Kälte besser bei Rheuma?

Muss ich bei entzündlichem Gelenkrheuma Medikamente nehmen?

Hilft eine Rheuma-Diät?

 
Seite versenden  
Seite drucken