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Bei einem Bandscheibenvorfall kann man sich oft kaum noch bewegen (Foto: DAK)
Bei einem Bandscheibenvorfall kann man sich oft kaum noch bewegen (Foto: DAK)
Hoffnung bei Bandscheibenvorfällen: Neue Therapie

Wer einen Bandscheibenvorfall hinter sich gebracht hat, weiß, was Schmerzen sind. Bei den meisten heilt eine solche Beschädigung von selbst wieder aus - unter Einsatz von Schonung, Wärme und Schmermitteln. Doch bei etwa 10% der Betroffenen reicht das nicht. Leider hilft auch eine Operation nicht immer nachhaltig. Jetzt gibt es eine neue Therapie, die eigenes Gewebe zur Regeneration der Bandscheibe einsetzt.

Wenn die Bandscheibe vollkommen hin ist, dann hilft oft nur eine Operation. Alarmzeichen dafür sind ständige Schmerzen, Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühl und Verlust der Blasenkontrolle. Bei einer Operation wird das hervor getretene Gewebe und möglicherweise auch weitere Teile der Bandscheibe entfernt und mögliche Risse im Bandscheibenfaserring vernäht. Wenn die Bandscheibe nicht zu retten ist, werden heute häufig Implantate eingesetzt. Manche bestehen aus einem flexiblen Hydrogen-Kern und einer stabilen Außenhaut aus Polyethylen. Diese Art der Implantate soll den Vorteil haben, sich vergleichbar mit einer natürlichen Bandscheibe zu verhalten. Orthopäden mahnen, dass eine OP keine Garantie für eine dauerhafte Heilung ist.

Vielleicht ändert sich das ja jetzt. Denn es gibt ein neues Verfahren, das nach Ansicht des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts der Universität Tübingen (NMI) weniger Schmerz, mehr Beweglichkeit und eine nachhaltige Verbesserung verspricht. Bei diesem Verfahren werden  Knorpelzellen aus dem Bandscheibengewebe des Patienten im Rahmen einer Bandscheiben-OP entnommen. Die Zellen werden im Labor vermehrt. Benötigt werden einige Millionen. Das ist nach einigen Wochen der Fall. Dann werden die neuen Bandscheibenzellen mit einem Biomaterial, das auch den Schmerz hemmt, vermischt und in die Bandscheibe gespritzt. Die genaue Zelldosis muss der behandelnde Arzt anhand der Schwere des Vorfalls heraus finden. Derzeit können maximal 2,5 Milliliter der Flüssigkeit mit maximal fünf Millionen Zellen injiziert werden. 

Die Spritze enthält neben dem Zell- und Biomaterial eine weitere Komponente: den sogenannten Vernetzer. Erst bei der Injektion vermischen sich die Flüssigkeiten und bilden in der Bandscheibe ein Hydrogel, das über knorpel-gewebe-ähnlichen Eigenschaften verfügt. Die ersten Patienten werden im Rahmen einer Studie jetzt behandelt. Studienzentren sind z.B.die Universitätsklinik Innsbruck, die BG-Klinik in Halle und die BG-Unfallklinik Murnau.


Berliner Ärzteblatt 17.04.2013/ Quelle: Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut der Universität Tübingen (NMI)
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