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Aufnahme eines Bandscheibenvorfalls mittels Magnetresonanz-Tomographie (MRT) (Foto: Uniklinikum Tübingen)
Aufnahme eines Bandscheibenvorfalls mittels Magnetresonanz-Tomographie (MRT) (Foto: Uniklinikum Tübingen)
Bandscheiben-OP: Nicht immer sinnvoll

Wird in Deutschland zu schnell und zu häufig operiert? Vor allem die Krankenkassen sagen ja. Eine OP, die heute häufiger als noch vor Jahren ausgeführt wird, ist die Bandscheibenoperation. Deren Anzahl hat sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt,  in den letzten zwei Jahren allein gab es einen Anstieg um 23%. Experten meinen, dass nicht jeder Bandscheibenvorfall operiert werden muss.

Dr. Carmen Leichtle, Oberärztin und Bereichsleitung für Wirbelsäulenchirurgie an der Orthopädischen Universitätsklinik Tübingen, betont, dass sehr sorgsam abgewägt werden muß, wann eine Operation wirklich Sinn macht und wann nicht.  Nicht jeder Bandscheibenvorfall müsse gleich operiert werden. Bei der Hälfte der Menschen jenseits des 50. Lebensjahres würden Bandscheibenvorfälle in einer Kernspintomographie entdeckt, die jedoch keine Beschwerden verursachen und demnach auch nicht operiert werden müssten.

Auf das Problem, ob Bandscheiben zu häufig und zu schnell operiert werden, geht sie lieber nicht ein. Der Krankenhaus-Report der AOK wird da deutlicher. Der sagt nämlich, dass die steigende Zahl von Operationen in Kliniken sich nicht allein mit medizinischem Bedarf erklären lasse. Der Report unterstellt, dass es dabei vor allem auch um wirtschaftlichen Gewinn geht. Darunter fallen laut AOK auch die Wirbelsäulenoperationen.

Leichtle erklärt, dass eine Bandscheibenoperation je nach Lage, Größe und Alter des Bandscheibenvorfalls zwar nur etwa 30 bis 60 Minuten dauere. Mahnt aber, dass der Eingriff keinesfalls risikofrei sei. Bei 15 bis 30% der operierten Patienten verblieben anhaltende bzw. wiederkehrende Beschwerden, die meist auf die bestehende Abnutzung der erkrankten Bandscheibe selbst oder aber auf Vernarbungen durch die Operation beruhen würden.

Unabdingbar sei eine Operation bei fortschreitenden neurologischen Störungen, z.B. eine Schwäche im Bein oder gar Störungen von Blase und/oder Darm. Auch bei einem sehr großen Bandscheibenvorfall, der nahezu den gesamten Nervenkanal verlegt und die Nervenwurzeln stark komprimiert, sei eine OP sinnvoll.

Außerdem betont die Ärztin, dass nach den Erfahrungen in der Klinik die Operation nicht immer die einzige und beste Option sei. Zunächst sollten vor allem bei kleineren Bandscheibenvorfällen konservative Therapiemöglichkeiten gewählt werden. Das bedeutet Einnahme von Schmerzmitteln, körperliche Schonung in Kombination mit Physiotherapie und Haltungsschulung. Manchmal helfe eine lokale Infiltrationstherapie, also das Injizieren von entzündungshemmenden, schmerzstillenden und abschwellenden Medikamenten direkt an den betreffenden Nervenwurzeln.

Leichtle rät zur Vorbeugung zu einem rückengerechten Verhalten in Alltag und Freizeit. Dabei gehe es darum, die Rumpfmuskulatur zu stabilisieren.

Berliner Ärzteblatt 22.05.2013/ Quelle: Universitätsklinikum Tübingen
Bandscheibenvorfall: Operation ist das letzte Mittel

Hoffnung bei Bandscheibenvorfällen: Neue Therapie

Schwachstelle Bandscheiben - Dem Vorfall vorbeugen

 
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