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Kalzium kann Entzündungen auslösen

Kalzium kann Entzündungen antreiben. Eigentlich ist Kalzium an zahlreichen lebenswichtigen Prozessen im Körper beteiligt. Sammelt es sich aber um Zellen herum verstärkt an, dann aktiviert es das so genannte Inflammasom. Das ist ein wichtiger Bestandteil des körpereigenen Immunsystems ist, der Entzündungsreaktionen steuert.

Entzündungen, auch Inflammationen genannt, sind Reaktionen unseres Organismus  zur Abwehr von Infektionen. Damit unser Immunsystem wirkungsvoll funktioniert, sollten Entzündungen möglichst nicht gehemmt werden. Aber auf Entzündungen basieren auch fast alle Volkskrankheiten: wie Diabetes und Rheuma sowie Gefäß- oder Tumorerkrankungen und sogar auch Adipositas oder degenerative Gehirnerkrankungen. Dabei handelt es sich allerdings meist nicht um akute Infektionen sondern um chronische Langzeiterkrankungen, also auch um chronische Entzündungen. Und die wollen Ärzte möglichst komplett unterdrücken.



Welche Rolle Kalzium dabei spielt? Zellen speichern Kalzium in hoher Konzentration. Sterben die Zellen, wird Kalzium in erhöhtem Maße freigesetzt. Dieses freie extrazelluläre (außer der Zelle befindliche) Kalzium  kann Entzündungen ganz stark befördern. Entscheidend, so die Wissenschaftler, dabei ist, wie stark sich das Kalzium lokal - an dem Ort - im Gewebe konzentriert. Wie stark sich das Kalzium im gesamten Blut konzentriert, spielt dagegen keine Rolle. 



Ärzte haben festgestellt, dass es in der Folge von chronischen Entzündungen immer zu Kalkablagerungen kommt, beispielsweise in Gefäßen oder im Fettgewebe. Die Erhöhungen des Kalziumspiegels wird von einem feinen Sensor - der Nebenschilddrüse - wahrgenommen. Sie versucht die Abweichungen zu regulieren. Auch das Immunsystem reagiert, indem es Fresszellen zur Beseitigung der Kalziumüberschüsse aktiviert. Nun sollen Hemmstoffe entwickelt werden, die diese Überreaktionen vermindern.


Weil Kalzium zwar für Zähne und Knochen, Muskeln und Nerven sowie Blutgerinnung gebraucht wird, ist es ein wichtiger Stoff. Doch wegen des Entzündungsanreizes beurteilt Prof. Christoph Baerwald, Rheumatologe am Universitätsklinikum Leipzig, Kalzium-Pillen und Nahrungsergänzungsmittel mittlerweile kritisch: "Gerade in der Rheumatologie hat man in der Vergangenheit vielen Patienten zusätzliches Kalzium verschrieben, um Knochenveränderungen aufzuhalten. Inzwischen haben zwei größere Studien jedoch gezeigt, dass bereits ein wenig erhöhter Spiegel kardiovaskuläre Veränderungen auslösen kann. Deshalb sollte man mit einer unkontrollierten Aufnahme vorsichtig sein. Eine zusätzliche Einnahme sollte nur dann erfolgen, wenn man vorher den Spiegel bestimmt hat. Wenn der normal oder leicht erhöht ist, sollte man nichts zusätzlich einnehmen, sonst geraten die Aufnahmeprozesse durcheinander, was zu Nierensteinen oder Pseudogicht führen kann."
 
Berliner Ärzteblatt 08.05.2013/ Quelle: Nature Communications
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