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Milch beeinflusst die Knochengesundheit nicht positiv, u.a. weil der Körper nur ca. 30% des darin enthaltenen Kalziums verwerten kann (Foto: Uros Konti, freeimages.com/ Image ID: 1309068)
Milch beeinflusst die Knochengesundheit nicht positiv, u.a. weil der Körper nur ca. 30% des darin enthaltenen Kalziums verwerten kann (Foto: Uros Konti, freeimages.com/ Image ID: 1309068)
Milch: Kein Schutz gegen Osteoporose

Milch und Milchprodukten werden in Werbebotschaften immer wieder die Knochen stärkenden Wirkungen nachgesagt. Oder sollte man besser sagen angedichtet. Denn inzwischen gibt es einige Untersuchungen, die ziemlich klar machen: Viel Milch bringt nicht viel Schutz gegen Osteoporose. Auch eine jetzt veröffentlichte Studie belegt, dass ein hoher Milchkonsum den Abbau von Knochengewebe und eine geringe Knochendichte nicht aufhalten kann.

Sicher, Milch enthält viele gesunde Stoffe. So finden sich in Milch 18 der lebenswichtigen Nährstoffe, darunter Kalzium, Phosphor und Vitamin D. Und gerade diese Bestandteile sind eigentlich besonders wichtig für die Gesundheit unserer Knochen. Doch ob diese Nährstoffe aus der Milch kommen müssen, das bestreiten viele Ernährungswissenschaftler. Kritiker bemängeln, dass der Einfluss der Milchindustrie über die von ihr ausgegebenen Werbegelder so groß ist, dass sogar Ernährungshinweise von Organisationen vielfach interessensgesteuert sind. Also Tipps geben, die mit den Realitäten nicht viel zu tun haben.

Wie die Realitäten aussehen, hatten Untersuchungen an 61.433 Frauen im Alter zwischen 39 und 74 Jahren und 45.339 Männer im Alter von 45 bis 79 Jahren in Schweden gezeigt. In der durchschnittlich 20-jährigen Beobachtungszeit bei Frauen starben 15.541 und 17.252 erlitten einen Knochenbruch, darunter 4.259 eine Hüftfraktur. Die Männer wurden im Durchschnitt 11 Jahre beobachtet. In diesem Zeitraum starben 10.112 und 5.066 hatten einen Knochenbruch, darunter 1.166 mit einer Hüftfraktur.

Im Vergleich mit Frauen, die weniger als ein Glas Milch (im Durchschnitt. 60 Gramm/Tag) täglich tranken, hatten Frauen, die viel Milch tranken (drei oder mehr Gläser am Tag, im Durchschnitt 680 Gramm/Tag) ein um 16 (zwischen 8 und 25) % erhöhtes Risiko für einen Knochenbruch und ein um 60 (zwischen 39 und 84) % erhöhtes Risiko für eine Hüftfraktur. Erhöht war auch die Gefahr für eine Herz-Kreislauf- sowie für eine Krebs-Erkrankung.

Bei Männern führte ein erhöhter Milchkonsum (drei oder mehr Gläser Milch/Tag, durchschnittlich 680 Gramm/Tag) im Vergleich zu einem niedrigen Konsum (weniger als ein Glas täglich, durchschnittlich 60 Gramm/Tag) zu keinerlei Verminderung der Knochen- oder Hüftknochenbrüche. Tatsächlich erhöhte sich aber die Zahl der kardiovaskulären Todesfälle.

Was die Analysen aber herausbrachten, war: Der Konsum von großen Mengen Milch erhöhte das Vorkommen von Biomarkern, die oxidativen Stress und Entzündungen anzeigen. Und damit wird laut Studie ein Vorgang angestoßen, der für die gesamte Gesundheit schädlich ist und einem Alterungsprozeß ähnelt. Dieses schwächt das Immunsystem, führt zu Nervenschäden sowie chronischen Entzündungen und schädigt andere Organe.

Dass Milch eigentlich kein Bestandteil gesunder Ernährung ist und die Gesundheit der Knochen keinesfalls positiv beeinflusst, haben vor Jahren schon die Harvard School of Publik Health und das National Institutes of Health der Universität von Kalifornien festgestellt. Das Urteil fusst auf der Erkenntnis, dass nur 30% des Kalziums in der Milch vom Körper überhaupt verwertet werden kann. Es gibt genügend Gemüse, die mindestens genauso viel Kalzium wie Milch beinhalten, das aber vom Körper viel besser aufgeschlüsselt werden kann. So beträgt die Verwertungsrate bei Brokkoli, Rosenkohl, Senfgemüse, Rüben, Grünkohl und einigen anderen grünen Blattgemüsen zwischen 40% und 64%.

Berliner Ärzteblatt 27.10.2014/ Quelle: BMJ 2014

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