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Rauchen schädigt nicht nur Lunge, Gefäße und Herz, sondern verschlimmert auch rheumatische Erkrankungen (Foto: Benjamin Thorn/www.pixelio.de)
Rauchen schädigt nicht nur Lunge, Gefäße und Herz, sondern verschlimmert auch rheumatische Erkrankungen (Foto: Benjamin Thorn/www.pixelio.de)
Rheuma durch Rauchen

Das Rauchen von Zigaretten schadet der Lunge, den Gefäßen und dem Herz. Inzwischen weiß man, dass Rauchen auch Rheuma verschlimmern kann. Neue Untersuchungen belegen nun, dass Rauchen Rheuma nicht nur verschlimmert, sondern sogar Rheuma auslösen kann: Raucher tragen ein doppelt so hohes Risiko wie Nichtrauchern, an Rheuma zu erkranken. Dabei ist sowohl die Menge der täglichen Zigaretten als auch die Anzahl der Jahre entscheidend, die Menschen rauchen.
 
Zigarettenrauch kann verschiedene entzündliche Gelenk- und Bindegewebserkrankungen wie rheumatoide Arthritis (RA), also Gelenkrheuma, auslösen. Rheuma ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigene Abwehr gegen den Körper selbst richtet, anstatt ihn vor Schäden von außen zu schützen. Diese fehlgeleitete Immunreaktion führt zu entzündlichen Prozessen in Gelenken, Organen, Muskeln oder auch Blutgefäßen. Bei einer rheumatoiden Arthritis wendet sich die Körperverteidigung („Antikörper“) gegen bestimmte Eiweiße in den Geweben, die sogenannten citrullinierten Peptide.

Und hier ergibt sich dann auch die Verbindung zwischen Rheuma und Rauchen: Das Rauchen begünstigt die Bildung dieser Eiweiße. Deshalb kann Rauchen die entzündliche Gelenkerkrankung hervorrufen oder sie verschlimmern. Professor Dr. med. Ulf Müller-Ladner, Direktor der Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim, betont: „Das ist kein Prozess von Tagen oder Wochen – wir wissen, dass die Menge der Antikörper meistens über mehrere Jahre anwächst.“ Gerade junge Menschen hätten es daher größtenteils selbst in der Hand, sich vor Rheuma und dessen schwerwiegenden Folgen zu schützen.

In der Studie wurden 34.101 Frauen im Alter von 54 bis 89 Jahren in der Zeit von 2003 bis 2010 beobachtet. Im Vergleich zu Nichtraucherinnen hatten Raucherinnen - durchschnittlicher Tageskonsum 1 bis 7 Zigaretten - ein um im Durchschnitt um 131% (zwischen 59% und 236%) erhöhtes Risiko an RA zu erkranken. Wer zwischen 1 und 25 Jahren geraucht hatte, verfügte im Vergleich zu Nichtraucherinnen um ein rund 60% (zwischen 7 und 138%) größeres Risiko für RA. Das Risiko bleibt lange bestehen, auch wenn es sich langsam verringert. Noch 15 Jahre nach dem Rauchstopp war die Gefahr für RA um fast das Doppelt im Vergleich zu Nichtrauchern erhöht. Doch wenn man Frauen, die schon vor 15 Jahren mit dem Rauchen aufgehört hatten mit denen verglich, die das erst innerhalb des letzten Jahres getan hatten, dann war das Erkrankungsrisiko bei den länger Rauchabstinenten um 30% vermindert.
 
Müller-Ladner betont, das eine Rheumaerkrankung bei rauchenden Patienten wesentlich aggressiver verläuft. Deshalb müssen sie mehr Medikamente einnehmen als Nichtraucher, um die entzündlichen, schmerzhaften Symptome zu lindern. Bei Rheuma-Erkrankungen, bei denen auch die Blutgefäße betroffen sind, den sogenannten Vaskulitiden, wird es noch problematischer. Warnt der Rheumatologe: „Die durch das Rauchen ausgelöste Gefäßverengung und -versteifung, verläuft bei dieser Erkrankung um ein vielfaches schwerer und führt häufiger zum Tod.“
 
Berliner Ärzteblatt 5.11.2014/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin

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