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Rheuma: Veränderungen der Knochen schon früh aufspüren

Es gibt Verfahren, mit denen kann man bei rheumatischen Erkrankungen den Veränderungen nicht nur der Knochen sondern sogar im Knochenumbau auf die Spur kommen. Diese bildgebenden Verfahren wie die hochauflösende Einzelphotonen-Emissions-Computertomographie (SPECT) können Schäden an Knochen und Gelenken so einem frühen  Zeitpunkt nachweisen, bei dem selbst die MRT-Diagnostik noch unauffällig bleibt.

Dr. Christian Buchbender und Dr. Falk Miese vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf haben die hochauflösende SPECT und die Magnetresonanztomographie (MRT) in einer klinischen Studie bei zehn Patienten mit frühem Rheuma („rheumatoide Arthritis“) direkt miteinander verglichen. Die Untersuchungen erfolgten zweimal, zu Beginn der Therapie und nach sechs Monaten Behandlung mit einem typischen Rheumamedikament (Methotrexat).

Bei der SPECT-Untersuchung wird den Patienten eine mit Technetium markierte, phosphonathaltige Substanz (Tc99m-DPD ) gespritzt. Phosphonat (und damit das mittels SPECT nachweisbare Technetium) werden in den Knochen eingebaut und zwar vor allem dort, wo Umbauprozesse stattfinden. Dies ist in der Umgebung der vom Rheuma betroffenen Gelenke der Fall. Zwei Stunden nach Injektion wird die Verteilung des Technetiums per SPECT gemessen. Erhöhte Werte deuten darauf hin, dass Osteoblasten und Osteoklasten, also jene Zellen, die den Knochen auf- und abbauen, überdurchschnittlich aktiv sind. Bei jedem Patienten wurden vier Fingergrundgelenke untersucht, insgesamt also 40 Gelenke.

Einen erhöhten Knochenstoffwechsel haben die Wissenschaftler auch in solchen Gelenken gefunden, die in der MRT völlig normal aussahen. Die SPECT lieferte demnach schon früh Informationen über drohende Knochenschäden. In der Studie fand sich vor Therapie bei mehr als der Hälfte der untersuchten Gelenkportionen eine Erhöhung der Tc99m-DPD-Aufnahme. Die MRT zeigte lediglich bei siebzig Prozent dieser Gelenke eine Entzündung der Gelenkhaut (Synovialitis). Jene Patienten, bei denen sich trotz Therapie Knochenschäden entwickelten oder verschlechterten, hatten zuvor ausnahmslos eine erhöhte Tc99m-DPD-Aufnahme.

In einer Folgestudie wollen die Düsseldorfer Radiologen jetzt weitere moderne radiologische Verfahren mit Blick auf einen möglichen Einsatz bei Rheumapatienten untersucht. An erster Stelle steht dabei die Positronenemissionstomographie (PET). Anders als die SPECT, die den Knochenumbau mit Hilfe des Markers Tc99m-DPD sichtbar macht, macht die PET mit Hilfe des Markers Fluordesoxyglucose (FDG) Gewebe mit erhöhter Stoffwechselaktivität sichtbar: Gewebe, die viel Zucker verbrauchen, nehmen vergleichsweise viel FDG auf und erscheinen in der PET dann als „leuchtende“ Areale. Die PET wird überwiegend in der Krebsmedizin eingesetzt. Aber nicht nur Tumore, auch entzündliche Gewebe haben einen erhöhten Glukosestoffwechsel und lassen sich entsprechend mittels PET nachweisen. Bei der Rheumaerkrankung sind das die Weichteile des Gelenks, vor allem die Gelenkhaut. Eine erhöhte Entzündungsaktivität an dieser Stelle könnte per PET sichtbar gemacht werden – unter Umständen schon in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung.

wanc 24.05.2012/ Quelle: Universitätsradiologie Düsseldorf, 93. Deutscher Röntgenkongress
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