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Rheumapatienten erleiden häufiger Herzinfarkt und Schlaganfall

Rheumatiker leiden. Vor allem unter Schmerzen. Und unter den Schäden, die ihre Gelenke unbeweglich machen. Ärzte warnen nun, dass entzündliches Rheuma weitere unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringt: das Risiko ist viel höher, zusätzlich einen Herzinfarkt und Schlaganfall zu bekommen.

Rheumatoide Arthritis (RA), auch Gelenkrheuma genannt, ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass die körpereigene Abwehr das gesunde Gewebe des eigenen Körpers attackiert. Die Angriffe richten sich im Falle der RA hauptsächlich gegen Knochen und Gelenke. Doch die damit einhergehenden Entzündungen breiten sich im gesamten Organismus aus. Und diese Entzündungen können vor allem die Blutgefäße schädigen, was das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle drastisch erhöht.
 
Professor Dr. med. Ulf Müller-Ladner, Chefarzt an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim, warnt:„Schon in den ersten Erkrankungsjahren einer entzündlichen Gelenkerkrankung lassen sich mit kardiologischen Funktionstests Veränderungen in den Arterien nachweisen.“ Diese Gefahr droht nicht nur Patienten mit aktivem Rheuma. Auch beschwerdefreie Menschen mit positivem Rheumafaktor oder erhöhten rheumaspezifischen Autoantikörpern im Blut, sogenannten ACPA, müssen ein erhöhtes  Atheroskleroserisiko fürchten.

Wie hoch das Risiko ist, wird in verschiedenen Studien fast gleich bewertet. Das Rheumazentrum Ruhrgebiet spricht von einem um 30 bis 60% erhöhten Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Eine Studie der kanadischen University of British Columbia wird nach der Analyse von 112.000 Patienten konkreter: Bei Rheumatoider Arthritis ist die Sterberate für Herzinfarkt um 59% erhöht, die für Schlaganfall um 52%. Und eine in Dänemark durchgeführte Studie mit über 18.000 RA-Patienten ergab, dass diese um 40% häufiger einen Schlaganfall erlitten.

Rheumaärzte betonen, dass eine frühzeitige Behandlung des Rheumas Betroffene vor den Gefäßschäden und ihren tödlichen Folgen schützen könnte. Professor Dr. med. Elisabeth Märker-Herman, Klinikdirektorin in Wiesbaden, setzt große Hoffnungen in neuere Medikamente, sogenannte Boilogika, die das Übel an der Wurzel packen und die Entzündungen ausschalten.

Außerdem könne Bewegung helfen. Und der Verzicht auf Zigaretten. Denn Tabakrauch wirke doppelt negativ: Er verschlimmere nicht nur die Entzündung der Gelenke und sondern vermindere auch noch  die Wirksamkeit der Medikamente.

Berliner Ärzteblatt 27.03.2013/ Quelle: 119. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM)
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